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Saarländer (22) soll kleinen Bruder seiner Freundin missbraucht haben

Wegen sexuellen Missbauchs muss sich ein 22-Jähriger vor Gericht verantworten. Er soll sich an dem kleinen Bruder seiner Freundin vergangen haben. Aber der Junge ist erst vier Jahre alt. Ob seine Angaben zur Verurteilung reichen, ist deshalb offen.

Saarbrücken.
Der Fall eines vierjährigen Jungen, der im Januar in Saarbrücken missbraucht worden sein soll, führt an die Grenzen des Strafrechts. Seit gestern wird dem mutmaßlichen Täter, einem 22 Jahre alten Deutschen, vor dem Landgericht der Prozess gemacht. Er ist der Ex-Freund der Schwester des Vierjährigen. Er lebte zur Tatzeit bei der Familie des Opfers und sollte wohl auf den Buben aufpassen, als dessen Mutter zum Arzt musste. Aber stattdessen soll er sich an dem Kleinen vergangen haben. Der Angeklagte weist dies zurück. Damit ist die Justiz am Zug, die dem 22-Jährigen eine mögliche Tat nachweisen muss. Das Problem: Das mutmaßliche Opfer ist nach Feststellung einer Gutachterin nicht aussagetüchtig.

Das Kind, das wohl nicht vor Gericht aussagen wird, ist einfach zu klein, zu sehr durch den Wind, als dass man allein auf sein Wort hin jemanden verurteilen könnte. Also müssen die Richter auf der Suche nach der Wahrheit tief in das Umfeld des Jungen und seine früheren Aussagen einsteigen. Die ersten Angaben zum möglichen Missbrauch machte der Bub nach Aussage diverser Zeugen während eines Besuchs bei seiner Patentante. Dort spielte der Junge mit einem Mädchen und dessen Baby-Puppe. Er steckte der Puppe den Stiel eines Kammes in den Po. Das Mädchen fand dies nicht gut und beschwerte sich. Die Patentante fragte daraufhin den Jungen, was das soll, wo er so etwas her habe. Seine Antwort: Der Freund seiner Schwester habe das bei ihm auch gemacht. Es habe weh getan. Das sei zu Hause gewesen. Im Zimmer der Schwester. Und danach habe er mit der Play-Station des 23-Jährigen spielen dürfen. Etwas mit Schießen, ein Ballerspiel. Das durfte er sonst nicht. Aber als Geheimnis habe er es gedurft. Seine Mutter sei damals beim Arzt und seine Schwester in der Schule gewesen.

So weit die von Zeugen geschilderten Aussagen des Vierjährigen, die er so ähnlich bei der Polizei wiederholte. Hier wie dort benutzte er eine derbe, deutliche und kenntnisreiche Sprache. Woher er diese Worte und dieses Wissen hatte? Dazu Die Zeugen erklärten: Die Kenntnisse in Sachen Sex habe der Bub wohl von zu Hause. Angeblich soll er dort desöfteren an den DVD-Spieler seines Bruders (15) gegangen sein, wenn der schlief. Dann habe der Vierjährige sich dessen Porno-Filme angesehen. Ob daraus etwas in die Aussagen des Kindes gegen den Angeklagten eingeflossen sein könnte, ist offen. Der Prozess wird heute fortgesetzt. wi

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