B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

B423

Priorität: Normal

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarländer ärgern sich über aggressive Aids-Plakate



Initiator dieser umstrittenen Werbe-Aktion: die Michael Stich Stiftung aus Hamburg. Unterstützer: die Firma JCDecaux, die in der Landeshauptstadt für beleuchtete Plakatwände verantwortlich ist. Ziel: Menschen aufmerksam machen, Kinder vor Aids zu schützen. Allerdings sorgt das im Saarland für Ärger. Denn die Aids-Hilfe Saar e.V. verurteilt die Kampagne.

:: Kommentar: Ziel verfehlt

Geschäftsführer Frank Kreutzer.(44): „Diese Motive haben uns zutiefst schockiert. Sie stempeln infizierte Frauen zu Schuldigen, verbreiten bewusst Unwahrheiten.“ Die Verantwortlichen der Michael Stich Stiftung sehen das anders. Deren Mitarbeiterin Linda von Nerée.(28): „Die Plakate sollen provozieren. Sie sollen schwangere Frauen darauf hinweisen, einen Aids-Test zu machen. Denn der wird bei der Vorsorge-Untersuchung oft nicht empfohlen.“ Wird die HIV-Infektion der Mutter vor der Geburt erkannt, könne das Ungeborene zu 98.Prozent davor geschützt werden. Laut von Nerée hätten sich 2007 bundesweit 16 Kinder angesteckt. Genau das ist der Grund, warum Aids-Hilfe Saar-Chef Kreutzer gegen die Plakatkampagne wettert. Kreutzer: „Die Mutter-Kind-Übertragung ist in Deutschland glücklicherweise kein Massenphänomen.“ Im Saarland seien seit 2001 drei Neuinfektionen aufgetreten. Außerden bedeute eine Infektion heute kein Todesurteil mehr.

Linda von Nerée von der Michael Stich Stiftung verteidigt: Im Vorfeld der bereits Ende März 2007 gestarteten Kampagne habe man mit Vertretern anderer Aids-Hilfe-Verbände über die Bilder gesprochen. Von Nerée: „Zu 90.Prozent sind die Reaktionen positiv.“ Aber eben nicht überall: Zeitgleich mit dem Saarbrücker Aktionsstart mit 230.Plakaten wurden am 3..Juni unter anderem auch in Bremen die Motive aufgehängt. Dort erreichten Bürger, dass die Plakate wegen Frauen diskriminierender Inhalte verschwanden. Die Kritik aus Saarbrücken ist in Hamburg bekannt. Stiftungsgründer und Ex-Tennisprofi Michael Stich.(39, kleines Foto) meldete sich gestern bei der Aids-Hilfe Saar. Deren Chef Kreutzer: „Wir haben zwar die gleichen Ziele, aber unterschiedliche Auffassungen, ob Aids eine tödliche Krankheit ist.“ Matthias Zimmermann 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein