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Saarländer haben Angst vorm Salatkauf

Saarbrücken. Die Saarländer sind wegen der Ehec-Krise stark verunsichert. Deshalb kaufen sie weniger Tomaten, Gurken und Blattsalate ein. Das merken auch die saarländischen Gemüsebauern. „Der Absatzeinbruch ist deutlich zu spüren“, erklärt der Verkäufer der Lisdorfer Frischgemüse Handelsgesellschaft, Frank Klein. Dafür würden mehr andere Gemüsesorten gekauft, die in dieser Jahreszeit sonst nicht so beliebt sind. „Deutsche Stangenbohnen und Blumenkohl gehen zurzeit besser.“ Die Kunden würden vor allem Gemüse kaufen, dass man kochen kann. „Wenn es warm ist, essen die Leute sonst viel Salat, das ist zurzeit nicht so.“

Etwa zwei Millionen Köpfe Salat produzieren die sechs Betriebe der Handelsgesellschaft pro Jahr. Zurzeit wird der Salat vor dem Verkauf auf den Ehec- Keim überprüft. „Der Salat wird beim Bauern geerntet und dann eine Probe davon im Labor untersucht“, erklärt Klein. Der Ehec-Keim wurde dabei nicht gefunden. „Es ist alles in Ordnung“, sagt er. Tomaten und Gurken bekommt die Gesellschaft von holländischen und belgischen Lieferanten. „Die haben ihre eigenen Tests“, erklärt Klein. Auch in den Supermärkten wird die zunehmende Sorge der Verbraucher bemerkt.



„Die Kunden kaufen wegen des Ehec-Keims weniger Gemüse“, erklärt der Leiter der Qualitätssicherung bei Globus, Horst Lang. Um den Kunden die Angst zu nehmen, lasse die Supermarktkette das Gemüse vor dem Verkauf überprüfen.  „Seit dieser Woche verkaufen wir nur noch Tomaten, Gurken und Blattsalate, die auf den Ehec- Keim getestet wurden“, erklärt Lang. Deshalb wird das Gemüse schon bei den Lieferanten überprüft. „Das ist auch für unsere Lieferanten eine riesige Herausforderung.“ Nicht nur Tomaten, Gurken und Salat werden Ehec-Tests unterzogen. Nach den Warnungen der Behörden, dass der Keim aus Spanien komme, haben Verbraucher auch Angst, sich durch spanische Produkte zu infizieren. „Wir testen auch das spanische Sortiment, zum Beispiel Melonen und Zitrusfrüchte, weil dort die Besorgnis der Kunden auch groß ist“, erklärt Lang.

Ein solcher Test auf Ehec-Keime dauert nach Langs Angaben 48 Stunden. „Die Tests werden wir so lange durchziehen, bis Klarheit herrscht“, erklärt er. Im Martinshof Stadtladen in Saarbrücken gab es dagegen bisher nicht so viele besorgte Kunden. „Wir haben schon Leute, die weniger Salat kaufen, aber das hält sich in Grenzen“, sagt die Leiterin des Bioladens, Monika Kempf. Die Kunden wüssten, dass der Laden vor allem regionales Gemüse anbiete, und machten sich deshalb weniger Sorgen. Abduhl Hakim Cakir erntet auf einem Salatfeld des Gemüsehändlers Thomas Lonsdorfer in Lisdorf einen roten Krullsalat.

AUF EINEN BLICK

Das saarländische Gesundheitsministerium empfiehlt auch weiterhin, die Händehygiene einzuhalten. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und besondere Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln. Arbeitsflächen und -geräte in der Küche sollten sauber gehalten werden. Bei einer Hotline des Ministeriums gibt es Infos über aktuelle Verzehrempfehlungen. Die Hotline unter Tel. (06 81) 99 78 45 01 ist montags bis donnerstags von acht bis 15.30 Uhr und freitags von acht bis zwölf Uhr erreichbar.

www.gesundheit.saarland.de
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