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Saarländer haben bei der SaarLB wieder das Sagen

Die saarländischen Anteilseigner an der Saar-LB, das Land und die Sparkassen, halten künftig 50,1 Prozent an der Landesbank. Das Saarland zahlt 65 Millionen Euro für die Aufstockung der Anteile.

Saarbrücken. Die Landesbank Saar (Saar-LB) ist mehrheitlich wieder in saarländischer Hand. Das Land hat 25,2 Prozent von der Bayern-LB für 65 Millionen Euro zurückgekauft. Damit hält das Saarland 35,2 Prozent, der Sparkassenverband Saar behält seinen Anteil von 14,9 Prozent. Zusammen sind beide Gesellschafter dann mit 50,1 Prozent an der Saar-LB beteiligt. Die Bayern-LB zieht sich auf eine Minderheitsbeteiligung von 49,9 Prozent zurück. Das Münchner Institut haftet allerdings weiterhin mit 75,1 Prozent für die Alt-Geschäfte der Saar-LB.

Das Land will nicht auf ewig an einer Bank beteiligt sein. „Unser Ziel ist es, Dritte mit ins Boot zu bekommen“, sagt der saarländische Finanzminister Peter Jacoby (CDU, Foto: SZ). Zunächst soll das Institut erfolgreich als „deutsch-französische Mittelstandsbank positioniert werden“. Damit soll auch die Kreditversorgung in der Region sichergestellt werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Saar-LB, Thomas Christian Buchbinder (Foto: SZ), sieht das Institut auf einem guten Weg dorthin. Die Bank werde in diesem Jahr „eine schwarze Null schreiben“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Die Zinsleistungen an die stillen Gesellschafter und an die Inhaber von Genussrechten – rund 38,5 Millionen Euro – seien in dieser Rechnung bereits berücksichtigt. Die Anteile stiller Gesellschafter belaufen sich auf knapp 200 Millionen Euro. 48,3 Millionen Euro halten davon die saarländischen Sparkassen, 50 Millionen haben Privatinvestoren zugeschossen. Weitere 100 Millionen Euro bringt die Bayern-LB ein. Das Saarland, das ursprünglich mit einer stillen Einlage von 50 Millionen im Boot sein sollte, zieht diese Option nicht.

Buchbinder ist davon überzeugt, dass die Bank im Geschäft mit dem regionalen Markt auskömmlich leben kann und auch in der Lage ist, den saarländischen Mittelstand mit der entsprechenden Liquidität zu versorgen. Auch die Geschäfts-Abgrenzung mit den Sparkassen sei geregelt. Die Landesbank engagiere sich erst ab einem Kreditvolumen von 2,5 Millionen Euro. Aus der privaten Wohnungsbau-Finanzierung sei man bereits ausgestiegen. Außerdem könne man zusammen mit den sieben saarländischen Sparkassen im Provisionsgeschäft noch viel Potenzial heben – zum Beispiel bei Zins- und Währungsprodukten.

Darüber hinaus trage das Institut zu Recht den Titel einer deutsch-französischen Mittelstandsbank. Im Netto-Neugeschäft des Jahres 2009 in Höhe von 40 Millionen Euro – die getilgten Kredite sind hier schon abgezogen – steuere das Geschäft mit französischen Unternehmen ein Drittel bei. Im Projekt- und Immobiliengeschäft sei der französische Anteil noch höher. Vor allem die Finanzierung von Windparks im Nachbarland laufe hervorragend. Hier sei ein Geschäftsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro für die kommenden Jahre gesichert. Die Landesbank hat ein Bilanzvolumen von 20,6 Milliarden Euro und beschäftigt knapp 540 Mitarbeiter.

Der Sparkassenverband Saar begrüßt die neue Eigentümer-Struktur bei der Saar-LB. „Wir sehen in der neuen Konstellation eine gute Basis für zukünftige Entscheidungen und für die Zusammenarbeit im öffentlich-rechtlichen Finanzverbund“, sagt Verbandspräsident Franz Josef Schumann. Nach Auffassung von Thomas Schmitt, dem finanzpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, „braucht der Mittelstand im Land einen verlässlichen Finanzierungs-Partner, der hier verankert ist“.
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