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Saarländer haben besonders oft Burnout-Syndrom

Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Saarbrücken.„Arbeitnehmer fehlen wegen psychischen Erkrankungen vermehrt im Job“, titelte unlängst die Krankenkasse KKH-Allianz in ihrer Pressemitteilung. In den Mittelpunkt rückte sie dabei das Burnout-Syndrom. Die KKH registrierte zwischen 2007 und 2009 im Saarland einen Anstieg von 14 Prozent. Eine Tendenz, die generell von Krankenkassen verzeichnet wird.

„Burn out“ heißt „ausbrennen“ und das Ausgebranntsein kann, nach Auskunft von Michael Antes, Psychotherapeut aus Saarlouis, die Folge einer massiven psychischen und emotionalen Fehleinstellung sein, zum Beispiel zur Arbeit, zum Leben, zur Familie und zu sich selbst. Mögliche Symptome können Kraftlosigkeit, Initiativlosigkeit, Perspektivlosigkeit oder emotionale Instabilität sein, aber auch psychosomatische Beschwerden im Verdauungs- sowie Herz- und Kreislaufsystem. Antes rät im Verdachtsfall zur dringend notwendigen Psychotherapie als Ursachenforschung.

Außerdem notwendig sei ein gesünderer Lebensstil, verbunden mit Sport und Bewegung. Was die steigende Tendenz von Erkrankten betrifft, meint Antes: „Früher wurde eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert, heute ist Burnout modern. Früher wurde mehr verdrängt, verschwiegen und verleugnet, heute weniger.“

Die KKH erfasste einen Anstieg um 14 Prozent alleine nur bei Burnout-Patienten. Wobei die Steigerungsrate bei Männern und Frauen unterschiedlich sei. Demnach seien nur zwei Prozent mehr Frauen von Burnout betroffen, die Zahl der männlichen Betroffenen stieg hingegen um 85 Prozent. Fast 650 KKH-Allianz-Versicherte im Saarland wurden 2009 aufgrund der Diagnose Burnout behandelt. Doch nicht nur das Burnout-Syndrom wird als ein zunehmendes Problem gesehen, sondern auch die Zahl ähnlicher psychischer Erkrankungen steigt. „Jeder sechste Krankentag war 2010 auf psychische Ursachen zurückzuführen“, teilte KKH-Pressesprecher Thomas Linn mit.

Eine gesonderte Auswertung bei Burnout-Erkrankungen haben andere Krankenkassen zwar nicht, aber auch dort schlägt man Alarm, wenn es um die Zahl psychischer Erkrankungen geht. Die Techniker Krankenkasse zählte im vergangenen Jahr 2,3 Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischen Erkrankungen pro Erwerbstätigen - ein Anstieg von 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Und die Tendenz ist steigend“, sagte TK-Pressesprecher Thomas Jochum.

Das bestätigte auch Dirk Moritz von der AOK in Saarbrücken. Arbeitsausfälle durch psychische Erkrankungen läge an fünfter Stelle und machten 8,6 Prozent der gesamten Arbeitsunfähigkeitstage aus. Die Zahl entnahm Moritz aus der Statistik 2009.
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