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Saarländer kaufen mehr Anteile an VSE

Saarbrücken. Die monatelange Ungewissheit um die Zukunft des regionalen Stromversorgers VSE hat ein Ende. Am heutigen Aschermittwoch wollen die RWE sowie die Landesregierung Details zum geplanten Erwerb von 19,33 Prozent RWE-Anteilen an der VSE durch das Saarland und fünf Stadtwerke bekanntgeben. Die RWE behält dennoch die Mehrheit mit 50 Prozent plus einer Aktie. Die Verträge sollen im Mai unterschriftsreif sein.

Gestern hüllte sich die Landesregierung mit dem Hinweis auf noch laufende Detailverhandlungen in Schweigen. Auf anderen Wegen gelangten jedoch bereits einige Einzelheiten in die Öffentlichkeit. Demnach ist sichergestellt, dass tatsächlich eine saarländische Lösung beim Kauf der 19,33 von 69,33 Prozent der RWE-Anteile an der VSE greift und das Unternehmen nicht durch den Kauf anderer Bieter aus dem In- oder Ausland zerschlagen wird.
Zuletzt hatte es hierüber Irritationen gegeben, nachdem sich in der ersten Februarwoche der gerade mal fünf Tage im Amt befindliche neue luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider plötzlich öffentlich für eine Komplettübernahme der VSE durch den luxemburgischen Stromversorger Enovos stark machte. Was durchaus ein „Geschmäckle“ hatte, weil Schneider davor Aufsichtsratschef bei Enovos war.

Nach Ansicht von Beobachtern hat dieses Vorpreschen von Schneider die „saarländische Lösung“ noch „beflügelt“, die die RWE mit dem Saarland, Saar-Kommunen und Stadtwerken schon seit längerem realisieren will. Ein Vorgehen, das im Dezember 2011 mit einem Eckpunktepapier unter Dach und Fach gebracht wurde. Und in dem es hieß, dass die RWE beim Verkauf von 19,33 Prozent der VSE exklusiv mit dem Saarland, den Kommunen und Stadtwerken verhandelt wird. Diese Verhandlungen stehen offensichtlich vor dem erfolgreichen Abschluss. Es geht wohl nur noch um einige Details, die am Gesamtergebnis nichts mehr ändern werden. Demnach stocken das Land sowie die fünf Stadtwerke Merzig, Saarlouis, Neunkirchen, Homburg und St. Wendel ihre Anteile an der VSE auf. Die genaue Höhe von Seiten der jeweils beteiligten Partner ist wohl noch Gegenstand dieser Detailverhandlungen.

Klar ist, dass das Land und die Stadtwerke höhere Chancen als Risiken im Kauf der Anteile sehen. Den Kommunen erschlössen sich zusätzliche Einnahmequellen für Projekte, für die sonst das Geld fehle. Das Land unterstützt mit seinem Engagement die Selbstständigkeit der VSE, was auch SPD-Landeschef Heiko Maas begrüßt. Verdi-Landesleiter Alfred Staudt sieht die Chance gegeben, strategische Entscheidungen weiter in der Region zu treffen. Die VSE-Arbeitsplätze seien sicher.

Nur die Linke protestiert. Fraktionschef Rolf Linsler fordert, das Land hätte die Mehrheit bei der VSE übernehmen müssen, um eine dezentrale, umweltgerechte Energieversorgung zu erreichen. Insider halten dagegen, ein noch größeres Engagement hätte das Land und die Stadtwerke überfordert.

Meinung
Beste Lösung gefunden
Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia


Aus Kundensicht muss man realistisch feststellen, dass die gefundene saarländische Lösung zur Zukunft der VSE wohl kaum zu fallenden Strompreisen führen wird. Sie bietet dennoch zahlreiche Vorteile, besonders für die Kommunen mit ihren beteiligten Stadtwerken. Denn es ist durchaus zu erwarten, dass bei gut laufenden Geschäften auf dem Strom- und Energiemarkt zusätzliche Einnahmequellen entstehen. Die man in Zeiten leerer Kassen gut für wichtige Projekte gebrachen kann.
Ein weiterer Vorteil der saarländischen Lösung ist die Sicherung der Arbeitsplätze bei der VSE. Außerdem besteht die Chance, dass wichtige Energieprojekte für die Region inklusive des vermehrten Einsatzes von erneuerbaren Energien in einer sinnvollen, noch engeren Abstimmung erfolgen. Somit wurde für die VSE am Ende die beste Lösung gefunden.

Hintergrund
Die VSE ist mit ihren Partnern in den Geschäftsfeldern Energie, Telekommunikation, Facility Management (Gebäude-Betreuung), kaufmännischen Tätigkeiten sowie im Bereich Energiedaten und Zähler-Dienstleistungen tätig. 2010 erwirtschaftete die VSE-Gruppe 1,24 Milliarden Euro. 50 Millionen Euro wurden an die Aktionäre ausgeschüttet. Das Kerngeschäft der VSE ist die Energieversorgung. Sie ist Stromerzeuger am Standort Ensdorf. Zu den Großkunden gehören unter anderen Saarstahl und die Saarschmiede, außerdem viele Stadt- und Gemeindewerke. ts
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