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Saarländer mit Schrott-Immobilien geneppt

Saarbrücken. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts befasst sich seit gestern mit Betrügereien beim Verkauf von Immobilien. Angeklagt sind der 44-jährige Chef einer Saarbrücker Maklerfirma und ein freier Mitarbeiter (39), der sich um die Kreditvermittlung gekümmert haben soll.

Mieteinnahmen sollten Kosten der Finanzierung decken

Die Staatsanwaltschaft spricht in der Anklage von gewerbsmäßigem Betrug und von „Schrottimmobilien“. Für die hereingelegten Käufer schien das Geschäft wohl lukrativ. So wurde versprochen, die Mieteinnahmen würden ausreichen, um die Kosten der Finanzierung komplett zu decken. Zudem gab es eine Mietausfallgarantie und eine vorherige Sanierung der Objekte wurde zugesagt. Sogar die Notargebühren sollten vom Verkäufer übernommen werden. Als besonderer Anreiz wurde den Käufern auch noch eine Rückvergütung von 10 000 Euro versprochen – zu zahlen nach Geschäftsabschluss.

Mietverträge zum Teil gefälscht

Der Traum von der Immobilie zum Nulltarif platzte aber wie eine Seifenblase. So waren die Mietverträge zum Teil gefälscht, und der Makler hatte kein Geld, um die versprochenen Leistungen zu erbringen. Was den Käufern blieb, waren Schulden bei der Bank. In mehreren Fällen mussten die Geschädigten Privatinsolvenz anmelden.

Der Chef der Immobilienfirma befindet sich seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt legte er ein volles Geständnis ab. Es sei ein Schneeballsystem geplant gewesen. Mit dem überteuerten Verkauf der aus Versteigerungen erworbenen Immobilien hätte man die früheren Käufer ruhig stellen wollen. Er selbst habe zu den Käufern kaum Kontakt gehabt, das habe alles der Mitangeklagte geregelt.

Bote und Helfer bei der Kreditbeschaffung

Die Rolle des Mitarbeiters ist bislang noch unklar. Ein Beamter des Landeskriminalamtes bestätigte, dass die Ermittlungen durch dessen Anzeige angestoßen wurden. Aber es hätten sich Hinweise ergeben, dass er an den Betrügereien auch beteiligt war, insbesondere bei der Fälschung der Mietverträge. Dieser sieht seine Rolle aber eher als Bote und Helfer bei der Kreditbeschaffung. Er habe die Kunden einem Kreditvermittler zugeführt. Dort wurden die Kreditunterlagen für die Anträge bei der Bank zusammengestellt. Wenn die Objekte vermietet waren, bestand Aussicht auf eine Finanzierungszusage. Fehlten echte Mieter, „besorgte“ der Chef „Mieter“ – entweder Bekannte der Angeklagten oder frei erfundene Personen, was die Banken offenbar nicht hinterfragten. Morgen wird der Prozess fortgesetzt.

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