A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis Zwischen AS Saarlouis-Lisdorf und Tankstelle mit Kiosk Saarlouis Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (11:37)

A620

Priorität: Sehr dringend

18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarländer mit eigenem Song beim Kika-Wettbewerb

Yoni Göpfrich mit seiner Mutter Claudia.

Yoni Göpfrich mit seiner Mutter Claudia.

Homburg/Kirkel. Wenn Yoni von seinen Liedern erzählt, davon, wie er zuerst den Beat festlegt, von den Texten, an denen er alleine immer wieder feilt, wie er alles am PC mischt, das Timing kontrolliert, wie er später Freunde um ihre Meinung bittet, dann kommt der 15-Jährige richtig in Bewegung. Musik ist für ihn nicht irgendein Zeitvertreib, sie ist ihm wichtig, das merkt man beim Besuch in der Homburger Redaktion sofort.

Er arbeitet an seinen Songs, „immer wenn ich Zeit habe, möglichst jeden Tag“. Das geht so weit, dass seine Mutter Claudia Göpfrich gelegentlich nachts um 23 Uhr fordern muss, den Computer, an dem letztlich alles entsteht, jetzt endlich auszuschalten. Bald wird der 15-Jährige mit seiner Musik vielleicht schon wesentlich mehr Menschen ein Begriff sein wird. Er gehört zu den 16 Besten beim Wettbewerb „Dein Song“ des Fernsehsenders Kika, der wohl ab Februar ausgestrahlt wird. 1000 junge Musiker hatten hier ihre selbst komponierten Lieder eingereicht, Yoni wurde ausgewählt und durfte sich einer Jury stellen im Wiesbadener Schloss Biebrich.

Eigentlich war sein fünfjähriger Bruder „schuld“ daran, dass er hier sein Lied vortragen konnte. Der hatte Kika geschaut, die Werbung für den Wettbewerb gesehen. „Da habe ich mir gesagt: Das probiere ich mal“, sagt Yoni. Er schreibt über Dinge, die er erlebt, die einen Sinn, eine Aussage haben, erklärt er. So hat er in dem Song „Die letzte Zeile“, den er eingeschickt hat, den Tod des Opas verarbeitet. Der Rapmusik hat er sich heute verschrieben. Hip- Hop gehört ebenfalls zum Spektrum, manchmal wird Gesang dazu gemischt. Sein Stil war mal ein anderer, kein Wunder, schließlich war Yoni gerade sechs Jahre alt, als er das erste Lied schrieb – „seitdem ich Gitarre spiele“.

Als der Anruf des Senders kam, „Du bist zum Casting eingeladen“, war Yoni gerade alleine zu Hause. Natürlich ist er stolz. Drei Tage lang wurde er mit seiner Mutter nach Wiesbaden eingeladen, organisiert war zwar alles, als anstrengend erwies sich das Ganze aber doch.

Und „schon spannend“, sagt seine Mutter. Nach der Ankunft an Tag eins standen die nächsten beiden Tage im Zeichen des Wartens und des Drehens, immer von acht bis 18/19Uhr. „Es war ziemlich heiß“, erinnern sie sich. „Und die Kinder wussten nicht, wann sie drankommen, betont Claudia Göpfrich. Die Stimmung war gut im Schloss Biebrich. Die zwischen elf und 18 Jahre alten Teilnehmer, machten in den Wartepausen Musik und „haben geklönt“. Sie durften in einem Fernseher die Auftritte der anderen Teilnehmer sehen, aber nicht wie diese beurteilt werden. „Es waren richtig gute Ideen dabei“, sagt Claudia Göpfrich.

Endlich heißt es dann: „Jetzt ist der Yoni dran.“ Er geht raus, wird dabei gefilmt, doch dann hört er „cut“, alles zurück, die Szene wird noch einmal gedreht. „Das hat fast eine Stunde gedauert“, erinnert er sich. Und seine Mutter ergänzt: „Ich werde nie mehr Kinderfernsehen unbelastet schauen können.“

Jetzt, wo sie wisse, was für ein Aufwand und welche Technik dahinter stecke. Yoni landet dann aber doch irgendwann ein Stockwerk drunter im runden Saal vor der Jury, erzäht wie er heißt, singt und spielt auf der Gitarre seine „Letzte Zeile“. „Es ist gut gelaufen und hat auch Spaß gemacht“, zieht er Bilanz. Und diejenigen, die vorne sitzen, urteilen freundlich: Das Lied sei gut, der Text auch, Yoni könne gut rappen, es fehle ein bisschen die Spannung. Dass die Beurteilung freundlich passiert, war für Claudia Göpfrich wichtig: „Bei anderen Formaten, wo die Kinder fertig gemacht werden, hätte ich ihn nicht mitmachen lassen.“

Wie das Abenteuer für Yoni letztlich ausgeht, wird noch nicht verraten, schließlich soll es für die TV-Zuschauer spannend bleiben.

Wie er theoretisch aussieht, der Weg bis ins Finale, das ist kein Geheimnis: Zunächst geht es für einige der 16 Bewerber in ein Komponistencamp auf Ibiza, danach landen acht junge Musiker versehen mit prominenten Paten, etwa Lena Meyer- Landrut, Marlon Roudette oder Andreas Bourani, in der Endrunde. Wer nun neugierig ist: Hören kann man Yoni schon jetzt: zum Beispiel bei Youtube oder auch auf der Kika-Seite: www.kika.de/fernsehen/a_z/d/ dein_song/index.shtml

HINTERGRUND

Liedtext von „Die letzte Zeile“ von Yoni Göpfrich

Refrain: Das hier ist die letzte Zeile, und ich weiß es tut sehr weh.
Und wenn ich das hier für dich schreibe, weiß ich, dass ich dich wiederseh’.
Das hier ist die letzte Zeile, und ich weiß, es tut sehr weh.

Du weißt, ich würd’ dich gern begleiten, doch du weißt auch, dass das nicht geht.
Strophe eins: Weißt du noch damals in den guten alten Zeiten, die sind jetzt vorbei, siehst du wie die Leute leiden.
Wirst du bleiben oder gehen, egal was du jetzt sagst, wir können es verstehen. Das hier war ne’ gute Zeit, für uns alle hier, bitte hör’ dir dieses Lied an, es gehört dir.

Und ich weiß, dass es für dich nicht leicht ist, dass alles mal zu Ende ist, und du uns jetzt verlässt. Du kannst mir nie wieder deinen guten Rat geben, ich hab dich ernst genommen, dich und deine Art zu leben.

Und ich stehe jetzt im Regen, ganz allein, ich werde nie wieder mit dir sein. Refrain. red

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein