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Saarländer müssen 2011 mehr für Strom zahlen

Düsseldorf/Saarbrücken. Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte müssen ab Januar 2011 für Strom wieder tiefer in die Tasche greifen. Nach Angaben des Internetportals toptarif.de kündigten bis Mitte November 186 Versorger an, ihre Preise im Schnitt um 7,4 Prozent zu erhöhen. Damit wird die erhöhte EEG-Umlage, also die Erhöhung der Abgabe durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), praktisch vollständig an die Kunden weitergegeben.



Die Erhöhung der Strompreise bei den großen Energieversorgern ist im Saarland fast identisch. Energis, die Stadtwerke Homburg und St. Wendel, sowie die KEW Neunkirchen erhöhen die Preise für den Kunden um rund 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Damit geben sie die staatlich vorgeschriebene EEG-Umlage Eins zu Eins an die Verbraucher weiter. Energie Saar-Lor-Lux erhöht seine Preise laut Pressesprecher Stefan Eichhacker um etwas weniger, als die EEG-Umlage. „Der Strom wird bei uns sieben Prozent teurer“, sagt Eichhacker. Und erklärt: „Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden wären das etwa 52 Euro mehr im Jahr“. Die saarländischen Energieversorger rechtfertigen die Preiserhöhung alle mit der gestiegenen EEG-Umlage, die nicht anders zu kompensieren sei. Die letzte Preiserhöhung bei den Stromkosten hatte es den Unternehmen zufolge vor etwa zwei Jahren gegeben. Bis Ende dieser Woche müssen die Stromanbieter ihre Preisänderungen ankündigen, damit sie rechtzeitig zum 1. Januar in Kraft treten können.

Umlage Eins zu Eins an die Verbraucher

Den Grund für den Anstieg sehen die Unternehmen vor allem in der zunehmenden Anzahl von Solaranlagen. Der Bundesverband der Energieverbraucher hält dagegen und spricht von Diffamierung der Erneuerbaren Energien. Nicht die Erneuerbaren seien Schuld, sondern die überzogenen Preise der Stromkonzerne.

Ausbau von erneuerbaren Energien

Für die Stromkunden sollen sich die Belastungen aus der EEG-Umlage 2011 laut Schätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft von rund 8,2 Milliarden Euro 2010 auf 13,5 Milliarden Euro erhöhen. Mit der EEG-Umlage soll der Ausbau von erneuerbaren Energien gefördert werden. Da Strom aus Wind oder Sonne derzeit noch teurer ist als aus Kohle oder Kernenergie, zahlen die Verbraucher die Differenz zu den Marktpreisen über eine Umlage.

Zu den Spitzenreitern der Preiserhöhungen gehören die Unternehmen EnBW (9,8 Prozent) sowie die Stadtwerke Leipzig (12,4 Prozent) und die Stadtwerke Augsburg (14,4 Prozent), ermittelte das Verbraucherportal Verivox. Nach Angaben des Portals errechnen sich aus den neuen Strompreisen für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowatt Mehrbelastungen von 70 Euro. Dabei empfehlen Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer immer wieder den Anbieterwechsel: Hierdurch könnten Kunden mehrere 100 Euro jährlich sparen.

Nicht alle erhöhen Preise

Die EEG-Preisrunde 2011 sieht Daniel Dodt von toptarif.de noch nicht am Ende. „Viele Unternehmen kalkulieren noch.“ Einige teilten Preisänderungen erst im Laufe eines Jahres mit. Der Energieriese Eon könnte so ein Fall sein: „Wir werden die Preise zum Jahresanfang definitiv nicht anheben“, betont Roland Schilhab vom der Eon-Vertriebsgesellschaft. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Schon im Frühjahr steht möglicherweise eine weitere Preisrunde an.

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