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Saarländer rettet Restaurants

Saarbrücken. Er schaut in die Töpfe, wenn es eigentlich schon nichts mehr zu kochen gibt. In der RTL-Show „Rach, der Restauranttester“ stellt er immer montags Lokale auf den Kopf, die kurz vor dem Ruin stehen: Sternekoch Christian Rach aus St. Ingbert hilft dann, wenn es fast zu spät ist. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der 51-Jährige seine Auffassung vom Kochen und dass neben schlechtem Service oft auch schlecht zubereitete Speisen der Grund sind, weshalb Gäste ausbleiben.

:: ZUR PERSON 
 
„Kochen ist eigentlich ein physikalischer Vorgang, der Spaß machen soll und darüber hinaus betriebswirtschaftlich so profitabel sein muss, dass unterm Strich noch etwas übrig bleibt“, erklärt der Wahl-Hamburger. Für ihn gab es nach dem Studium nur einen Weg: „Kochen ist die schönste Erfüllung. Man bekommt meistens direkt eine Rückmeldung vom Gast. Der Fluch ist die immense Arbeit.“ Kein erfolgreicher Koch arbeite weniger als 70 Stunden pro Woche. Während früher das Essen alleine im Vordergrund stand, erwarte der Gast in der Spitzengastronomie heute mehr: „Man ist als Koch auch Patron. Da gehört das Schaulaufen und die Begrüßung genauso dazu. Das ist nicht immer leicht, wenn in der Küche gerade noch das 27. Schnitzel in der Pfanne brutzelt.“

Schon während des Studiums verdiente Christian Rach seinen Unterhalt als Koch und Kellner in einer Studentenkneipe. Die Nouvelle Cuisine lernte er durch einen Aufenthalt in Grenoble kennen. 1984 erhielt er als Souschef im Wiener Gourmet-Tempel „Corso“ Einblicke in die kreative, klassische Küche. Fünf Jahre später machte er sich mit dem „Tafelhaus“ in Hamburg selbstständig. Der Meister hält seit 1991 einen Michelinstern. Sein Geheimnis? „Man darf nicht pfuschen. Pfusch ist, wenn der Blätterteig zu dunkel, das Fleisch zu roh oder das Gemüse zu weich ist. Schlechte Qualität läuft nicht“, betont Rach.

Zum Fernsehen kam er zufällig. Der TV-Sender RTL kam auf Christian Rach zu – nicht nur wegen seiner direkten Art. Nicht immer ist seine „Nebenbeschäftigung“ ein Traumjob. Es gab bereits Fälle, wo Christian Rach fast verzweifelt wäre: „Doch dann nehme ich mir beim Dreh ein paar Stunden Auszeit und komme einfach am nächsten Tag wieder.“ Obwohl in Hamburg sehr beschäftigt, hat er seine Heimat St. Ingbert nicht vergessen. Hier schaut er immer mal wieder bei seiner Familie vorbei. Das Saarland schätzt der Sternekoch auch wegen der guten Küche: „Ich bin großer Fan von Klaus Erfort. Und man sieht ja, was Christian Bau da in Perl Großes macht.“

Gerade Saarbrücken sei wegen seiner Weltoffenheit eine gute Adresse für modern ambitionierte Restaurants im Gourmet-Bereich, ist sich Christian Rach sicher.
Heute, 21.15 Uhr, RTL

Von SZ-Redaktionsmitglied Christof Müller
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