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Saarländer sauer auf die Deutsche Bahn

Püttlingen. Seine Rundreise durch die Türkei ist SZ-Leserreporter Norbert Kolling nach eigenen Angaben durch die Deutsche Bahn vermiest worden. Der Püttlinger plante, mit dem City-Night-Liner von Saarbrücken zu seinem Abflughafen nach München zu fahren. Doch der Zug habe wegen eines Schadens eine Stunde und 40 Minuten Verspätung gehabt. Dadurch hätte er seinen Flieger nicht mehr erreicht. "Nach langem Suchen auf dem leeren Saarbrücker Bahnhof", erzählt der SZ-Leser, habe er telefonisch einen Bahn-Mitarbeiter erreicht. Der habe ihm eine alternative Verbindung herausgesucht: "Ich sollte mit dem Taxi nach Mannheim fahren und in Vorlage treten. Diese Kosten von 200 Euro sollte ich zurückbekommen", berichtet Kolling.

Diese Verbindung habe auch geklappt - obwohl er so auf Schlaf verzichten und in Mannheim vor dem verschlossenen Hauptbahnhof in der Kälte ausharren musste. Als der Saarländer dann jedoch nach seiner Rückkehr aus der Türkei die zugesagte Entschädigung von der Bahn forderte, habe er einen "Wirrwarr ohne Ende" erlebt. Sein Brief ging an verschiedene Stellen, doch niemand habe sich zuständig gefühlt. Schließlich sei seine Forderung abgelehnt worden und er habe lediglich einen Gutschein über fünf Euro erhalten.

Die Bahn-Pressestelle in Frankfurt verweist auf das am 29. Juli 2009 in Kraft getretene, neue Fahrgastrechte-Gesetz, nach dem einheitliche Regelungen im Eisenbahnverkehr in Deutschland gelten. Der SZ-Leser habe aus doppeltem Grund keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung: Der Zug sei zum einen durch einen Personenschaden verspätet gewesen, der die Bahn von der Haftung freistelle.

Zudem sei das Unternehmen nur dann gesetzlich verpflichtet, die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel wie Bus oder Taxi bis maximal 80 Euro zu erstatten, wenn davon auszugehen war, dass der Reisende mit einem Zug, dessen planmäßige Ankunftszeit zwischen null Uhr und fünf Uhr liegt, um mindestens 60 Minuten verspätet den Zielort der Fahrkarte erreicht hätte. Oder sofern es sich bei diesem um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Kunde ohne die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels seinen Zielort nicht bis 24 Uhr erreicht hätte.

Eine Befragung des von Kolling genannten Bahn-Mitarbeiters habe ergeben, dass dieser ihm "keinesfalls eine volle Erstattung der Taxikosten in Aussicht gestellt hätte", sagt die Pressestelle. Er habe den Kunden nur auf die Möglichkeit einer Kostenerstattung von maximal 80 Euro hingewiesen.

Obwohl kein Rechtsanspruch bestünde, sei die Bahn jedoch "nach Prüfung der besonderen Umstände einmalig aus Kulanzgründen bereit", dem Kunden einen Reisegutschein über 80 Euro zuzusenden. Zudem werde das Unternehmen eine Erstattung der nicht genutzten Nachtzug-Reservierung prüfen.

Den Tipp für den Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter

Norbert Kolling aus Püttlingen. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Tel. 0681/5 95 98 00 oder per Mail an: leser-reporter@sol.de.

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