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Saarländer verdienen am wenigsten

Saarbrücken. Die Bruttojahresverdienste der saarländischen Arbeitnehmer lagen 2010 weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Der Verdienstrückstand beträgt bezogen auf alle Vollzeit-Beschäftigten 7,7 Prozent. Betrachtet man nur die Privatwirtschaft, sind es sogar minus 9,4 Prozent. Diese Zahlen gab die Arbeitskammer gestern in ihrem Bericht an die Landesregierung bekannt.

Saarland für viele Arbeitnehmerunattraktiv

Die Bruttojahresverdienste der saarländischen Vollzeit-Beschäftigten 2010 haben zwar um 4,1 Prozent auf 40 764 Euro zugenommen – deutlich stärker als durchschnittlich im westlichen Bundesgebiet, Dort gab es nur 2,6 Prozent mehr, sagte der Arbeitskammer-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Kurtz. Doch die Summe lag höher – bei 44 149 Euro. „Der Rückstand gegenüber dem Bund und besonders in der Privatwirtschaft macht sich zunehmend als Standortnachteil bemerkbar“, ergänzte Kurtz. Denn für viele Arbeitnehmer von außerhalb des Saarlandes scheidet dieser Standort wegen der geringeren Verdienstmöglichkeiten aus. Das gilt insbesondere für hoch qualifizierte Fachkräfte. „Dieser Standortnachteil ist hausgemacht“, sagte Kurtz. Daneben sucht auch mancher Saarländer sein berufliches Heil in Regionen mit höherem Einkommen. Vor allem für Arbeitnehmer in leitender Stellung sind zum Beispiel Hessen und Baden-Württemberg mit gut 21 und elf Prozent höheren Verdiensten deutlich attraktiver als das Saarland. Herausgehobene Fachkräfte verdienten, so die Kammer-Experten, in Hessen im Schnitt gut 15 und in Baden-Württemberg 9,3 Prozent mehr als im Saarland.

Rentenpolitik macht Sorgen

Nach den Einkommenseinbußen des Krisenjahres 2009 stieg im Saarland der durchschnittliche Nettoverdienst um 3,6 Prozent (Bund West plus 1,6 Prozent). Kurtz: „Damit konnten die Krisenverluste zwar weitgehend ausgeglichen werden, aber die Kaufkraft der saarländischen Arbeitnehmer liegt immer noch 1,8 Prozent niedriger als 2000.“ Kurtz befürchtet angesichts der hohen Teuerung, „dass wir nach dem Plus in 2010 in diesem und nächsten Jahr wieder ins Minus geraten“.

Große Sorge machen der Arbeitskammer die Folgen der Rentenpolitik seit Mitte der 90er Jahre. Es sei immer weniger darum gegangen, den Lebenstandard im Alter zu sichern und Armut zu vermeiden. Stattdessen stehe die Stabilität der Beiträge im Vordergrund. Die Rentenpolitik „wurde zur Rentenkürzungspolitik.“ Mit der Deckelung der Beitragssätze – 2020 auf 20 Prozent und bis 2030 auf 22 Prozent – „hat man das Ziel der Armutsvermeidung fallen gelassen“, sagte Kurtz und forderte ein Umdenken.

„Ein Kurswechsel ist nötig.“

Die Eckrente – das ist die Rente mit 45 Versicherungsjahren bei durchschnittlichem Einkommen – lag Anfang 2011 bei 1224 Euro. Dieses Niveau erreichte 2009 nur eine Minderheit der Neurentner – bei Männern waren es knapp 30 und bei Frauen zwei Prozent. Die Neurentner im Saarland bekamen 952 Euro (Bund: 930) und die Frauen nur 398 (Bund: 514) Euro. „Ein Kurswechsel ist nötig.“ Die gesetzliche Rentenversicherung müsse unter Inkaufnahme höherer Beitragssätze gestärkt werden. arbeitskammer.de

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