Saarland. B41. Gefahrenstelle durch defektes Fahrzeug auf der Johannisbrücke in Fahrtrichtung BAB 623, AD Friedrichsthal. (14:06)

B41

Priorität: Dringend

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarländer von Shisha-Bars verärgert

Saarlouis/Saarbrücken. Ralf Buchwald aus Saarlouis ist verwundert: Trotz Rauchverbots werde in Shisha-Bars weitergequalmt. „Obwohl der Rauch aus Wasserpfeifen erheblich gesundheitsschädlicher sein soll als der aus Tabak-Zigaretten“, sagt er. Alteingesessenen Gatronomiebetrieben drohten dagegen bei Verstößen gegen das Gesetz „existenz-gefährdende“ Geldbußen. Buchwald fragt sich, wie dieser Umstand zu erklären ist.
Nele Scharfenberg, Sprecherin des saarländischen Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz, erklärt die Rechtslage: „Solange keine Getränke ausgeschenkt und keine Speisen verabreicht werden, liegt auch keine Gaststätte vor.“ In diesen Fälle bestehe dort auch kein Rauchverbot.

Andererseits könnte bereits bei der unentgeltlichen Abgabe von Speisen und Getränken eine Gaststätte vermutet werden. Zum Beispiel, wenn diese zur Gewinnsteigerung gereicht werden, um die Verweildauer der Gäste zu erhöhen. Die Überprüfung obliege den örtlichen Ordnungsämtern und sei damit immer eine Einzelfall-Entscheidung, ergänzt Scharfenberg.

Jürgen Wohlfarth, Rechtsdezernent der Landeshauptstadt Saarbrücken, stellt diesbezüglich klar: „Es gibt keine Raucherpolizei.“ Für Kontrollgänge in Gaststätten und Shisha-Bars habe man gar nicht genug Personal.
Die Stadt handele jedoch bei gemeldeten Verstößen. Dies komme gelegentlich vor: „Aber wir haben keine Hinweise, dass das Gesetz in hohem Maße missachtet wird“, sagt Wohlfarth. Daten, wie viele Shisha-Cafés es in Saarbrücken gibt, liegen der Stadt nicht vor. Der Rechtsdezernent geht davon aus, dass viele nach dem Rauchverbot ihr Geschäft aufgegeben haben. Denn Rauchen, Essen und Trinken würden für viele Gäste zusammengehören.
Bezüglich der Gesundheits-Gefährdungen verweist Nele Scharfenberg vom Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz auf eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungs-Zentrums (DKFZ) in Heidelberg. „Das Rauchen der Wasserpfeife ist nicht weniger schädlich als das Rauchen der Zigarette. Auch eine Passivrauch-Belastung ist nachweisbar“, lautet deren Fazit. Nichtsdestotrotz würde der Konsum der „süßen Versuchung“ in Deutschland, insbesondere bei Jugendlichen, immer beliebter, so das DKFZ.
Laut einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2007 gaben 38 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen an, bereits Shisha geraucht zu haben.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Ralf Buchwald aus Saarlouis. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leserreporter@sol.de
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein