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Saarländer werden gegen saisonale und Schweine-Grippe geimpft

Saarbrücken. Der Herbst hat angefangen und viele Saarländer überlegen, ob sie den Grippeviren, die unweigerlich herannahen, mit einer Impfung begegnen sollen. „In diesem Jahr ist im Grippeimpfstoff auch der Schutz vor der Schweinegrippe H1/N1 mit drin“, sagte Dr. Eckhart Rolshoven, Vorstandsmitglied der Ärztekammer des Saarlandes und praktizierender Allgemeinarzt. Und benannte damit ein Novum: Denn die vergangene Grippesaison war von einem bis zur Hysterie gesteigerten Vorsorge-Aktionismus gegen die Schweinegrippe geprägt. Im Saarland haben sich nach Angaben des Sprechers des Gesundheitsministeriums, Christof Müller, 70 000 Menschen gegen Schweinegrippe impfen lassen. Es wurden demnach jedoch 432 000 Dosen Impfstoff beschafft, was Kosten von 3,62 Millionen Euro verursachte. „Für Lager- und Versandkosten sowohl der Dosen im Saarland als auch der momentan noch rund 205 000 Dosen in Niedersachsen wurden rund 27 000 Euro ausgegeben. Werden die Kosten für Ärzte, Apotheken, Spritzen, Kanülen, und Impfkarten dazu gerechnet, kommt man auf einen Schlussbetrag von rund 4,2 Millionen Euro“, erklärte Müller. Eine Entscheidung darüber, was mit diesem übrig gebliebenen Impfstoff passiert, stehe noch aus. Größtenteils sei dieser bis Herbst kommenden Jahres haltbar. Doch damit wird nach Angaben Rolshovens im Saarland niemand mehr geimpft werden, wegen des neuen Doppel-Grippe-Impfstoffs.



Neu sei auch, so Rolshoven, dass die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin den neuen Grippeimpfstoff für Schwangere frei gegeben habe. Empfohlen sei die Grippeimpfung weiterhin für ältere Menschen über 60 Jahre, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden sowie medizinisches und Pflege-Personal. Kinder mit chronischen Leiden könnten ab einem Alter von sechs Monaten bis etwa drei Jahren mit niedrigeren Impfdosen gegen die Grippe und Schweinegrippe geschützt werden. Danach könnten sie die normale Dosis erhalten. „Wenn mehr als 30 Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen, wird sich die Grippe nicht durchsetzen können“, nannte der Arzt einen Vorteil der Impfung auch für jene, die sich nicht impfen ließen.

Die Frage, ob sich auch Menschen, die nicht den Risikogruppen angehören, gegen Grippe/Schweinegrippe impfen lassen könnten, bejahte Rolshoven. Es sei jedoch ratsam, sich vorher bei seiner Krankenkasse zu versichern, ob sie die Kosten dafür übernehme. Die IKK Südwest übernimmt zum Beispiel die Kosten nicht (die SZ berichtete). Nach Rolshovens Angaben kostet eine Impfung für einen Privatpatienten 29,67 Euro, gesetzliche Kassen zahlten dagegen für ihre Versicherten 14 bis 16 Euro je Impfdosis, da die Kassen zuvor mit den Pharmaherstellern über die Abnahme größerer Mengen verhandelt und so günstigere Preise erzielt hätten.

Saar-Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) ist die Grippeimpfung derart wichtig, dass er sich am kommenden Montag bei einer Pressekonferenz in Saarbrücken vom Vizechef der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, Dr. Wolfgang Meunier, öffentlich impfen lässt, wie gestern das Ministerium mitteilte. 
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