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Saarländische Ärztekammer will Deutschtests für ausländische Ärzte

Der Fachkräftemangel in Deutschland lockt immer mehr Ärzte aus dem Ausland an – 2012 kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 194 von ihnen ins Saarland, davon drei Zahnärzte. Dass Deutschland mehr Mediziner braucht, darüber sind sich alle Bundesländer einig. Von Land zu Land unterschiedlich sind hingegen die Regelungen zur Prüfung der Sprachkenntnisse der ausländischen Ärzte. Einen Vorstoß macht nun der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD): Er möchte sich auf der Gesundheitsministerkonferenz am 26. und 27. Juni in Potsdam dafür einsetzen, dass Sprachtests für ausländische Ärzte bundesweit zur Pflicht werden. In Rheinland-Pfalz gilt dies schon seit August 2012.

. „Erfahrungsgemäß bescheinigen ausländische Sprachkurse oft etwas, was nicht nachvollziehbar ist“, sagt Dr. Josef Mischo, Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Seiner Meinung nach reichen Zertifikate aus dem Heimatland nicht aus. Deshalb befürworte er einen Sprachtest für alle ausländischen Mediziner. Zudem seien gleiche Bedingungen in allen Bundesländern wichtig: „Unbedingt möchten wir verhindern, dass ausländische Ärzte sich ein Bundesland aussuchen, von dem sie erwarten, mit einer geringeren Sprachanforderung eine ärztliche Berufserlaubnis zu erhalten“, teilt Mischo mit.

Im Saarland genügt bei der Approbation bisher ein Nachweis des Sprachniveaus B.2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Qualifikationsrahmen. „In begründeten Ausnahmefällen kann die Approbationsbehörde – im Saarland das Landesamt für Soziales – die Sprachkompetenz noch einer zusätzlichen Überprüfung unterziehen“, erklärt Annette Reichmann, Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Die Sprachniveaustufe B.2 bedeute, dass der ausländische Arzt die Hauptinhalte komplexer Texte sowie im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen verstehen könne. „Er kann sich so spontan und fließend verständigen, so dass ein normales Gespräch ohne größere Anstrengungen auf beiden Seiten gut möglich ist“, teilt Reichmann weiter mit. Das Thema werde auf der Gesundheitsministerkonferenz zur Sprache kommen: „Alle 16 Bundesländer unterstützen einheitliche Regelungen“, sagt Reichmann. Ob ein verbindlicher Sprachtest dazu gehöre, sei aber noch offen.

Sollte keine Einigung zustande kommen, stünden die Approbationsbehörden und Ärztekammern des Saarlandes und von Hessen in engem Austausch, erklärt Josef Mischo. So könne man, zusammen mit Rheinland-Pfalz, eine gemeinsame Strategie für den Südwesten Deutschlands ausarbeiten. Vorstellbar wäre laut Ärztekammer-Präsident Mischo beispielsweise, einen Sprachnachweis der Stufe B.2 aus dem Heimatland durch einen Test der medizinischen Fachsprache zu ergänzen.
 
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