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Saarländische Bäcker wollen gesundes Frühstück für alle

Saarbrücken-Scheidt. „Wer mit Kohldampf in die Schule geht, der hat keine Energie für den Tag“, sagt der Scheidter Bäcker Hans-Jörg Kleinbauer. Dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit am Tag und daher möglichst gesund sein soll – diese Botschaft will der saarländische Bäckerinnungsverband mit der Aktion „Richtig frühstücken“ vermitteln, die gestern bundesweit gestartet ist.

Eine Aktion, die auch für die Qualität der selbstständigen Bäcker werben soll. „Die Kompetenz für das Frühstück liegt bei den Bäckern“, meint Kleinbauer, Öffentlichkeitsbeauftragter der Bäckerinnung. Noch wichtiger allerdings sei es, auf das gesunde Frühstück hinzuweisen, meint Gerd Wohlschlegel, Geschäftsführer der Bäckerinnung. „Früher hatten die Eltern noch Zeit, mit den Kindern zu frühstücken. Heute werden viele Kinder ohne Frühstück in die Schule geschickt und kaufen sich unterwegs etwas im Fast-Food-Restaurant.“ Kinder sollten wieder zum täglichen Brot zurückfinden, das möglichst abwechslungsreich belegt wird – mal mit Quark, Käse, Obst, Honig oder Aufschnitt.

Während der Kampagne „Richtig frühstücken“ werben die Bäcker mit besonderen Frühstücksangeboten, zudem erhalten bundesweit rund 35 000 Kindergärten und Kitas ein Brettspiel, durch das Kinder lernen sollen, welche Lebensmittel gesund sind. Die Kindergärten können sich an einem Fotowettbewerb beteiligen und ein Kindergarten-Frühstück gewinnen.

In der städtischen Kindertagesstätte in Scheidt gibt es schon seit Jahren ein gemeinsames Frühstück. „Dadurch haben alle die gleichen Voraussetzungen. Davor hatte jedes Kind etwas anderes mit, manche sogar nur eine Milchschnitte oder Chips“, sagt Erzieherin Ulrike Heil.

Dass viele Kinder ohne Frühstück in Kitas und Schulen geschickt werden, bestätigt Franz Gigout von der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland (LAGS). „Viele Kinder bekommen statt einem Frühstück einen Euro und kaufen sich davon Quatsch.“ Das sei ein Problem ärmerer Schichten, denen das Bewusstsein für gesunde Ernährung fehle. Häufig würden Fertigprodukte statt frischer Ware aufgetischt. Laut einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) von 2006 geht jedes zweite Kind, dessen Eltern ein geringes Einkommen haben, ohne Frühstück aus dem Haus. Bei Eltern mit hohem Einkommen ist es nur jedes vierte Kind. mwi

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