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Saarländische Getreidernte fällt 2011 mager aus

Lebach. Die extreme Trockenheit in April und Mai und der nasse, quasi ausgefallene Sommer haben schlechte Auswirkungen auf die saarländische Getreideernte. „Es fehlen uns Mengen und Qualitäten zum Mahlen“, berichtet etwa Andrea Juchem vom Mühlenbetrieb Juchem in Eppelborn, dem größten Aufkäufer an der Saar. Teilweise müsse Getreide aus anderen europäischen Ländern, bis hinauf nach Finnland, zugekauft werden, um die hiesigen Ausfälle aufzufangen. Vor allem der Roggen habe wegen der nicht stimmigen Eiweißgehalte, wie die Laboranalysen ergäben, oft nicht die erforderliche Qualität fürs Backen, so dass er nur noch als Futter tauge. Für die Bauern, die viel Pflege für den Brotroggen aufgewandt hätten, bedeute dies in diesem Jahr ein Minusgeschäft. Raiffeisen-Geschäftsführer Rainer Hoffeld (Merzig) bestätigte, dass die Qualitäten bei Weizen und Raps noch weitgehend in Ordnung seien, bei Roggen und Braugerste aber Probleme auftauchten. Wegen der Vielfalt und Größe der Märkte bedeute dies aber noch lange nicht, dass am Ende auch die Brotpreise im Saarland steigen müssten.

Eine Besonderheit in diesem Jahr sind die teilweise erheblichen regionalen Unterschiede. So weisen die Experten darauf hin, dass auf den schweren Böden im Saargau, im Moselgau und im Bliesgau die Ernten deutlich besser gerieten als im zentralen Saarland und im St. Wendeler Land. Grund: Sie konnten das wenige Wasser im Fühjahr besser halten, was sich jetzt auf die Erträge auswirkt. Alles in allem erwartet Klaus Peter Brück, Abteilungsleiter pflanzliche Erzeugung bei der Landwirtschaftskammer für das Saarland, bei der Gesamtmenge Ertragsminderungen zwischen zehn und 30 Prozent.

Angesichts des jämmerlichen Zustandes, in dem sich die Getreide- und Rapsbestände noch Anfang Juni präsentiert hätten, seien die vorläufigen Ernteergebnisse jedoch noch überraschend gut. Nichts wünschten sich die Getreeidebauern derzeit so sehr wie noch ein paar trockene Tage, um das noch stehende Getreide „vom Acker zu kriegen“. Wegen des ständigen Regens hätten die Bauern ihre Ernte bisher regelrecht „herein stehlen“ müssen, so Brück.

Hintergrund

Roggen ist eine Getreideart aus der Familie der Süßgräser. Das Korn des Roggens wird für Nahrungs-, Futter-, und Genussmittel oder auch als Nachwachsender Rohstoff genutzt. red

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