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Saarländische Jugendwehr: "Problemmelder" gegen Rechts

Saarbrücken. Die saarländische Jugendfeuerwehr mit derzeit rund 4000 Mitgliedern beteiligt sich an dem bundesweiten Projekt der Deutschen Jugendfeuerwehr „Demokratie steckt an“. „Unser Ziel ist nicht nur rechtsextremistische Äußerungen und Umtriebe in den eigenen Reihen zu verhindern, sondern auch Jugendbetreuern, Kindern und Jugendlichen bei verschiedenen Problemen eine Anlaufstelle zu bieten“, erklärt der Landesbeauftragte der Saar-Jugendfeuerwehr, Axel Hewer. Wichtig sei auch, dass junge Wehrmitglieder Toleranz und Respekt lernen. Noch in diesem Frühjahr sollen bis zu 15 Jugendbetreuer eine intensive Schulung durchlaufen. Dabei sollen die künftigen Multiplikatoren für die Themen rechtsextremistische Szenen, sexuelle Gewalt und Rassismus sensibilisiert werden. „Die geschulten Jugendbetreuer sollen in ihren Gruppen insbesondere auf demokratiefeindliche Vorfälle und Äußerungen achten“, so Hewer.

Im Fokus des Projektes steht – in Anspielung an den Feuerwehrmelder – der „Problemmelder“. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren sowie Jugendwehr-Betreuer können sexuelle Übergriffe, Diskriminierungen gegen Jugendliche aus Zuwandererfamilien oder abwertende Äußerungen, wie schwulen- und frauenfeindliche Witze, melden. Ende Februar will die Saar-Jugendfeuerwehr auf ihrer Internetseite einen Hilfe-Button freischalten. Wer per Mausklick den „Problemmelder“ aktiviert, kann demokratiefeindliche und rechtsextremistische Vorkommnisse und Verdachtsfälle melden. „Betroffene sollen den Vorfall kurz schildern und ihre Telefonnummer oder E-Mailadresse angeben“, sagt Hewer.

Sobald ein Problem oder Vorfall gemeldet worden ist, werden die „Problemhelfer“ auf den Plan gerufen. Der Helfergruppe gehören der Landesbeauftragte der Saar-Jugendfeuerwehr und seine zwei Stellvertreter, der Fachberater für Demokratieverständnis sowie die Jugendreferentin an. Nachdem sie das Problem geprüft haben, werden weitere Schritte erwogen. Sollte es nötig sein, sofort zu handeln, nimmt sich das Problemhelfer-Team des Falles an. „Dann versuchen wir, je nach Thematik, die Betroffenen an Experten und Behörden weiter zu vermitteln“, erläutert Hewer. Als Experten stehen der Landesjugendfeuerwehr Ansprechpartner des Netzwerkes Demokratie und Courage Saar und des Landesjugendringes Saar zur Seite. Auch die saarländische Polizei, das Landesjugendamt und die Jugendpfleger der
Landkreise und des Regionalverbandes Saarbrücken beteiligen sich.

Rechtsradikale Sprüche und Umtriebe seien in den Reihen der Saar-Jugendwehr-Gruppen bisher nicht bekannt geworden, betont Hewer. Grund sei, vermutet Hewer, dass die jungen Wehrmitglieder verantwortungsbewusst und einsichtig handelten. Wohl aber kam es nach Angaben des Landesjugendfeuerwehr-Beauftragten jüngst zu einem Vorfall, bei dem sich zwei Jugendliche heftig beschimpften.

Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Jugendfeuerwehr, die schon Anfang 2012 dieses Projekt startete, sind aus deren Reihen keine Verdachtsfälle und Vorkommnisse gemeldet.




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