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Saarländische Kampagne widmet sich dem Erhalt der Mundart

Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.r.) unterstützt die »Retter« K. Friedrich, S. Wachs und P. Feltes (v.l).

Annegret Kramp-Karrenbauer (2.v.r.) unterstützt die »Retter« K. Friedrich, S. Wachs und P. Feltes (v.l).

Saarbrücken. Die Unesco führt eine rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten und eine rote Liste des gefährdeten Welterbes gibt es auch. Ja, selbst Muttersprachen sind vom Aussterben bedroht und laut der Unesco gehört die saarländische Mundart, das Rheinund das Moselfränkische, in den Weltatlas der bedrohten Sprachen. „Rettet Muddaschpròòch“ heißt daher die saarländische Kampagne, zu dem ein Podium am morgigen Donnerstag, am „Internationalen Tag der Muttersprache“, den Höhepunkt bildet.

Auf der Internetseite der Kampagne wächst die Liste der Wörter, die gerettet werden müssen. Über 600 Beiträge, darunter auch Rap-Lieder von jungen Saarländern, sind bisher eingereicht worden, wie Klaus Friedrich, einer der Organisatoren, erklärt. „Pienzje“ (wehleidiger Mensch) zum Beispiel. Das Wort ist Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Schirmherrin der Kampagne, ans Herz gewachsen. Organisator Patrik H. Feltes wirbt für einen „verdräähten Masickg“ (hinterhältiger und durchtriebener Sturkopf ). Siießschmierschmier (Marmeladenbrot), „Uwwerasch“ (Durcheinander), Urrwese (Überreste beim Essen) oder Freggert (Lausbub) sind weitere Wörter, die vom Aussterben bedroht sind und gerettet werden wollen. Um die „Muddaschpròòch“ nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben die Vereinten Nationen auf Vorschlag der Unesco den Internationalen Tag der Muttersprache ins Leben gerufen.

Bereits im vergangenen Jahr organisierten die Mundartspezialisten Patrik Feltes (moselfränkisch) und Klaus Friedrich (rheinfränkisch) eine Rettungsaktion des Sprachkultur-gutes der Großregion. Ziel: „Muddaschpróóch“ als wichtiges Element der Identitätsbildung sowie eines lebendigen regionalen Bewusstseins zu vermitteln. Fortsetzung folgt nun in diesem Jahr. Mit dabei ist Susanne Wachs, Moderatorin bei SR3 Saarlandwelle. Am Aktionstag selbst wird Jürgen Weyand im SR-Fernsehen den „Aktuellen Bericht“ „uff saarländisch“ moderieren.

Auf Plakaten werden Wörter vorgestellt, die den Saarländern besonders am Herzen liegen. Im Internet werden die Plakate präsentiert. Zudem planen die Organisatoren mit der Kampagne „Sauvez Muddaschpròòch“ in Lothringen für den Erhalt des Sprachkulturerbes in Form des „Francique Rhénan“ (Rheinfränkisch) und „Francique Mosellan“ (Moselfränkisch) zu werben. Friedrich sieht die Kampagne als Konzept, das Land und Leute, Sprache, Geschichte, Kultur und Kulinarisches vereinen soll. Den Höhepunkt bildet morgen das Podium zum internationalen Tag der Muttersprache, ab 19 Uhr im Stiefel Bräu in Saarbrücken.

Moderiere uff Saarländisch

Joachim Weyand moderiert morgen Abend im SR-Fernsehen den „Aktuellen Bericht“ (ab 19.20 Uhr). Und das in seinem Dialekt, als Neunkircher redet er rheinfränkisch. „Uff saarländisch“ hat SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald ihm dazu einige Fragen gestellt.

Uff Saarländisch zu moderiere hääschd foar Sie?
Joachim Weyand: Uff Saarländisch zu moderiere heischt fier mich se allerschert, dass ich mich net so anstrenge muss fier „scheen“ se schwätze. Nä – awwer mohl im Ernscht: Das is ebbes ganz besonneres. Ich kann schwätze, wie mir der Schnawwel gewachs is un wie ich ach dehemm schwätze. Vielleicht kann ma sogar in seiner Mundart manche Sache deitlicher sahn wie in hochdeitsch. Mohl gugge. Vor allem awwer: mir wolle zeije, dass es net audomadisch komisch senn muss, wenn saarländisch geschwätzt werd. Das is annererseits nadierlich ach e echtie Herausforderung.

Darf nur der in de Sendung, der aach saarländisch schwätzen kann?
Weyand: Also es is jo so: mir hann jo einische Kolleesche, wo net ausem Saarland senn. Die derfe nadierlich aach ihr Filme mache. Mir gugge awwer, dass die dann e Iwwersetzer an die Hand kriehn, wo ihr Filmtexte dann in Mundart iwwersetzt. Geläst werre die Texte dann von Leit, wo ach werklich saarländisch, also eigentlich rheinfränkisch odder moselfränkisch schwätze kenne.

Wad empfehlen Sie den Laid von Auswärts, die die Sendung gucken wollen?
Weyand: Ei, die solle mohl genau hinheere. Ich bin mir sicher, dass die das all gut verstehn werre. Un wenn net: das Gudde beim Fernsehen is jo, do gebbt’s noch Bilder debei – wenn ma also net alles verstehn sollt, hat ma weenischdens noch ebbes fier se gugge!
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