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Saarländische Klinik-Clowns in Nöten

Saarbrücken. Der Kleine steht in seinem Bettchen und juxt, als die Tür sich öffnet und erst mal Seifenblasen hereinwirbeln. Jetzt weiß er: Die zwei Menschen mit den roten Nasen kommen. Die Clowns, die ihn zum Lachen bringen. So lange Clown Lolek und seine Partnerin Tilotamma da sind, vergisst das kranke Kind seine Situation. Und wenn sie zu den nächsten kleinen Patienten gehen, winkt es ihnen nach.

Wir haben Lolek und Tilotamma, zwei der fünf „Klinikclowns“ im Saarland, in der Kinderklinik auf dem Saarbrücker Winterberg mal bei einem ihrer Einsätze bei Kindern verschiedener Altersstufen begleitet, zugeschaut beim Zaubern, Jonglieren, Musizieren, aufmuntern – und gesehen, wie schnell die blassen kleinen Patienten dabei rote Wangen bekamen.

Lolek und Tilotamma heißen privat Henning Leidinger und Marie-Gabriele Massa. Sie erzählen, wie sie professionelle Klinikclowns geworden sind, von denen es in Deutschland übrigens rund 150 gibt. Der Diplom-Pädagoge Leidinger zum Beispiel hatte immer Spaß am Jonglieren, nahm an einem Kurs teil, lernte dabei den ersten Klinikclown seines Leben kennen – und kam auf den Geschmack. Da waren Klinikclowns im Saarland noch völlig unbekannt.

Im Merziger Krankenhaus fand dann der Chef der Kinderklinik, Dr. Dietmar Krämer, die Idee toll, Clowns als „Seelentröster“ für kleine Patienten einzusetzen. Er gewann Margarita von Boch in Fremersdorf und die von ihr gegründete „Kinderhilfe Saar e.V.“ als Geldgeber. Dieser Verein, bei dem alle Verwaltungs- und Organisationsarbeit ehrenamtlich geschieht, finanziert aus Spendengeldern Aktionen – unter anderem Schulmittagessen für bedürftige Kinder. Er hilft auch in Einzelfällen und springt bei besonderen Projekten ein. Auch bei den Klinikclowns, die nun seit neun Jahren ebenfalls in Kinderkliniken in Homburg und Saarbrücken und im Mutter-Kind-Kurhaus des DRK in St. Ingbert hochwillkommene Gäste sind. Derzeit ist das Projekt aber in Nöten: Ein Geldgeber ist abgesprungen. Wie dieser Ausfall ausgeglichen werden, ist noch offen.

Zum Team gehören vier Frauen. Eine davon ist Marie-Gabriele Massa, Musik- und Tanzpädagogin – und eben Clown Tilotamma, zuhause im Meditationszentrum „Neumühle“ in Tünsdorf . Bei ihr zündete die Clowns-Idee, als Henning Leidinger vor sieben Jahren bei einem Kinderfest in der „Neumühle“ als Clown engagiert war. Sie besuchte dann die Clownsschule in Hannover, lernte zaubern und Gitarrespielen, um die Musik „auf die Station mitnehmen zu können“, und gehört nun mit zum festen Team. In den Kinderkliniken sind die Clowns bei Ärzten und Schwestern gerne gesehen. Und im kommenden Jahr feiern die „Klinikclowns“ ihr zehnjähriges Bestehen.

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