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Saarländische Mallorca-Urlauber bleiben cool

Saarbrücken. Seit vielen Jahren ist Mallorca die beliebteste Ferieninsel der Deutschen, das gilt auch für Saarländer. Jetzt aber ist Mallorca auch ins Visier der baskischen Terroristen der Eta geraten. Vor wenigen Tagen wurden zwei Polizisten durch eine Autobombe getötet, jüngst lagen Bomben sogar in einem Hotel und Restaurants. Zudem sorgt die Angst vor der Ansteckung durch die Schweinegrippe für weiteren Wirbel.

Von deutlich mehr Stornierungen wissen saarländische Reisebüros aber nichts zu berichten. „Eine Absagewelle gibt es nicht“, sagt Fritz Bender, Büroleiter beim Tui-Reisecenter in Saarbrücken. Er weiß: „Nach den Anschlägen haben die Leute mehr Anfragen. Ich kann da gut aufklären, habe nämlich Freunde auf Mallorca.“

Auch Anette Weber, Geschäftsführerin des City-Reisebüros in St. Wendel, hat bisher nur zwei Stornierungen. „Die Nachfrage ist ungebrochen, die Leute machen sich nicht so viele Gedanken. Schweinegrippe kann man auch hier kriegen. Die Eta will ja auch keine Touristen treffen, kündigt die Bomben vorher an“, sagt sie. Alexander Krings von Holiday Reisen aus Merzig hat noch keine großen Beeinträchtigungen festgestellt: „Es gibt geringfügige Stornierungen. Der Kunde ist sensibler geworden, gerade bei Mallorca hätte man solche Anschläge wie früher in Ägypten und der Türkei nicht erwartet. Wir müssen aufklären, versuchen, den Kunden alles sachlich zu erklären.“ Neubucher für den Herbst seien etwas zurückhaltender, bestehende Bucher sähen alles mit ein bisschen Abstand, erläutert Krings. Außerdem hielten sich Urlauber meist sowieso an „weniger gefährdeten Orten“ auf.

Auch Urlauber, die gerade aus Mallorca in Ensheim gelandet sind, haben von den Anschlägen wenig mitbekommen. Alessandro Cino aus Bous meint, er habe sich zwar „ein bisschen unsicher gefühlt“, die Einheimischen seien aber ruhig geblieben. Gegen eine mögliche Ansteckung durch Schweinegrippe schützte er sich wie mehrere andere Passagiere mit einer Atemmaske. Auch andere Urlauber haben nichts von einer erhöhten Polizeipräsenz bemerkt. Jürgen und Andrea Hartmann aus Contwig fühlten sich nicht unsicher. „Die Spanier dort sind selbst enttäuscht, weil sie vom Tourismus leben“, sagt Jürgen Hartmann. Unterwegs zwei Straßensperren gesehen hat Patrick Escher aus Saarbrücken. Er erzählt von einem „gewissen Unwohlsein wegen der Kinder“, fügt aber auch an: „Wir haben ansonsten wenig mitgekriegt, die Anschläge erst im Fernsehen im Restaurant gesehen.“

Das Auswärtige Amt gibt indes keine Reisewarnung für Mallorca heraus. Daher können Kunden auch nicht kostenlos stornieren. Urlaubern wird aber geraten, Menschenansammlungen zu meiden. Stornierungen kosten von 20 Prozent des Reisepreises (30 Tage vor Urlaubsantritt) bis 80 Prozent (einen Tag vorher). Bomben und Schweinegrippe hin und her - in der Reisebranche ist aber sowieso bekannt: Der Tourist ist ein Wesen, das allgemein schnell vergisst. Stefan Regel 
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