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Saarländische Narrenschau: Putzfrau Gretel plaudert aus dem Nähkästchen

Als Putzfrau verkleidet ist Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntagabend zu spät auf die Bühne in der mit 672 Zuschauern ausverkauften Schmelzer Primshalle gekommen, wo die Schmelzer Karnevalsgesellschaft KKJA (Kolping Katholische Jugend Außen) die Narrenschau für den Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) ausrichtete. Erst als Moderator Wolfgang Bogler sie mit einem lang gezogenen „Hallo“ mahnte, betrat sie die Bühne. „Jetzt hann ich fast mein Insatz verpasst, wegen dem Französischunnericht in der Staatskanzlei“, entschuldigte sie sich. Später erläuterte sie weiter: „Die NSA ist schuld daran, dass wir in der Regierung jetzt Französisch lernen müssen – die versteh’n uns nitt, wenn mir schwätze.“ So sei sie jetzt nicht mehr Putzfrau, sondern „Madame de Manège oder de Menage“. So spricht sie als solche von der „AKK“, wenn sie über sich selbst spricht: „Wie grätzig muss die zu dem Heiko Maas gewäähn sinn, dass der sich freiwillig in die Arme von der Angela unn der Nahles schmeißt?“ Jetzt müsse die AKK eine „gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft mit der Rehlinger in der Landesregierung“ führen, witzelte die erfahrene Büttenrednerin.

Kontra von den Büttenkollegen gab es nicht. Jomi Moser als „Läädischer Archimedes Mathias“ oder kurz „Arch-Matz“ wäre das zuzutrauen gewesen. Er ging aber vor der Landesmutter in die Bütt und nahm nur deren Gatten „Karrenbauersch Helmut“ aufs Korn. Und „De Wuscht“ Klaus Reichert trieb lieber mit Sitzungsleiter Bogler bei dessen letztem VSK-Einsatz seine Späße. Für Bogler ist nach 15 Jahren Schluss mit Narrenschau und VSK, zum Abschied gab es für ihn die zweithöchste Auszeichnung des bundesdeutschen Karnevals, den BDK-Verdienstorden in Gold. Er hatte einen Querschnitt durch die saarländische Fastnacht angekündigt und hielt Wort. Kanzlerin Angela Merkel stand oft im Visier der Karnevalisten. „Schönheits-Chirurg“ Ralf Ramm gab an, sie aus heißer Luft geformt zu haben. Die „Brühllerchen“ um Christoph Scheid legten ihr in einem umgetexteten Hit in den Mund: „Muss nur mal kurz mein Geld retten.“

Andere gaben sich frech. „Du bischd so dabbisch wie e Lutscher babbisch“, sagte Sarah Britz als „Frau Brech“ über ihre Büttenkollegin Katrin Spengler, die „Frau Reitz“. Reimredner Thomas Oster hatte erkannt: „Ihr Leit, ich saan, es is nitt scheen, ’s is alles schon mol do gewähn.“ Also witzelte er über Ursaarländisches: „Bier, Lyoner und Weck.“ Allerhand Gardetanz gab es auch, meistens von den Garden der KG Humor Merzig.


Moderation: Wolfgang Bogler. Tänze: Tanzmariechen Luisa Welsch (Dengmerter Narrenzunft), Shari Kohr (KG Humor Merzig), Aktivengarden KUV Wiebelskirchen, KG Blau-Weiß Steinbach, „Dann wolle ma emol“ Rohrbach, Merzig, Gemischte Garde Merzig. Wortbeiträge: „Schönheitschirurg“ Ralf Ramm (Rote Funken Neunkirchen), „Lyoner, Worscht unn Weck“ Thomas Oster (KV Oberwürzbach), „Läädich Archimedes Mathias“ Jomi Moser (Furpach), „Putzfrau vom Landtag“ Annegret Kramp-Karrenbauer, „Maja unn Klaus“ Christine Henzeleit/Bernhard Schmitt (Päther Dickkäpp), „Frau Brech und Frau Reiz“ Sarah Britz, Katrin Spengler (Grüne Nelke SB-Dudweiler), „Wuscht“ Klaus Reichert (KV Spiesen). Musik: Konsorten, Heroldsingers (Dat gibt’s nur ämo Habach), „Ich bin e Faasebooz“ Charlie Glassl (Bürgergarde Ottweiler), „Brühllerchen“, „Guggemol“ Völklingen, „Latzegallis“ Grüne Nelke, „Owwerkärcher Bouwen“ Oberkirchen. Travestie: „Angie“ Nico Heib (Die Stampese Rohrbach).

Die Narrenschau wird im SR-Fernsehen am Samstag, 22. Februar, um 20.15 Uhr ausgestrahlt; Wiederholungen laufen am Sonntag, 23. Februar 1.20 Uhr und am Rosenmontag 15.30 Uhr.
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