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Saarländische Windanlagen sollen boomen

Neunkirchen. Im Saarland schickt sich ein Unternehmen an, im Wachstums-Markt Windenergie ein gehöriges Wort mitzureden. Vensys Energy AG heißt die Firma, die bisher eher im Stillen gewirkt hat, jetzt aber mit seinen Windenergie-Anlagen auf den großen Durchbruch hofft. Entstanden ist das Unternehmen aus der „Forschungsgruppe Windenergie“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes, geleitet von Professor Friedrich Klinger.

Das war 1990. Damals machte man sich Gedanken darüber, wie ein Windrad funktionieren könnte, das ohne ein Getriebe auskommt. Getriebe sind in Windrädern nötig, um die langsame Dreh-Geschwindigkeit der Rotorblätter in ein schnelles und gleichmäßiges Drehen des Generators umzuwandeln damit Strom mit Netzfrequenz (50 oder 60 Hertz) erzeugt werden kann. „Inzwischen haben wir längst den Beweis angetreten, dass es ohne Getriebe geht“, machte Vensys-Vorstandschef Jürgen Rinck am Freitag bei einer Feierstunde deutlich. Zwei Ereignisse wurden gefeiert: Zum ersten präsentierte Vensys den Prototypen einer neuen getriebelosen Windenergie-Anlage, die es auf eine Leistung von 2,5 Megawatt (MW) bringt. Die Leistungsgrenze der Vensys-Aggregate lag bisher bei 1,5 MW. Chinesen halten Mehrheit Zum anderen hat Vensys in Neunkirchen-Wellesweiler nach längerem Suchen offenbar seine endgültige Firmen-Heimat gefunden.

Vor einem Jahr ist man von Saarbrücken dorthin gezogen, und Neunkirchens Oberbürgermeister Fritz Decker (SPD) stellte bereits eine Erweiterungsfläche in Aussicht. In der neu erworbenen Fertigungshalle ist man auch in der Lage, erstmals in großem Stil Windkraft-Anlagen selbst zu bauen, machte Vorstandsmitglied Stefan Groß deutlich. Die Produktion startete im Januar. Damals wurden 30 Leute beschäftigt, inzwischen arbeiten doppelt so viele Menschen bei Vensys. In diesem Jahr will man mit 64 Mitarbeitern 20 Windräder bauen, im Jahr 2010 sollen es mit 80 Mitarbeitern 40 Anlagen werden und 2011 sind 50 geplant. Die Zahl der Beschäftigten soll dann bei 90 liegen. „Unserer Meinung nach haben getriebelose Windkraft-Anlagen in vielen Teilen der Welt eine große Zukunft“, ist Vensys-Verkaufschef Theodor Peters überzeugt. Denn Anlagen mit Getriebe seien „wartungsintensiv und störanfällig“. Das Getriebeöl müsse regelmäßig ausgetauscht werden. In kalten Regionen würde die Gleitfähigkeit beeinträchtigt. Bei den Vensys-Anlagen überträgt das Windrad mit Hilfe sich drehender Magnete elektrische Energie direkt auf einen Generator. Der dort erzeugte Wechselstrom wird wegen der windbedingt unsteten Frequenz in Gleichstrom und dann wieder in Wechselstrom mit der gewünschten Netzfrequenz umgewandelt.

Das elektrotechnische Innenleben wird von Vensys Elektrotechnik produziert, einer 2008 gegründeten Tochtergesellschaft mit Sitz in Diepholz bei Bremen (47 Mitarbeiter). Die meisten Vensys-Anlagen wurden bislang von vier Lizenznehmern gebaut: Es sind die Firmen Enerwind (Brasilien), Regen Powertech (Indien), Eozen (Spanien) und Goldwind (China). Sie stellen pro Jahr 1500 Stück her. Goldwind ist mit 1000 Windrädern nicht nur der größte Lizenznehmer, sondern seit April 2008 auch mit 70 Prozent an Vensys beteiligt. Goldwind-Chef Wu Gang ist Aufsichtsratschef bei Vensys. „Wir sind sehr stolz auf unsere Produkte“, sagte er bei der Feier. „Unsere Windanlagen halten mindestens 20 Jahre ohne Probleme“ versprach er.
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