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Saarländischer Film „Der Männerclub“ kommt ins Kino

Prost! (oder »Angebumst!«, wie es im Film heißt). Die ungleichen Vier besiegeln ihre nicht ganz einfache Freundschaft. Von links: Maus (Christian Meckel), Karl (Sascha Waack), Saarland-Heimkehrer Tim (André Köhl) und Vitali (Michael Simon).

Prost! (oder »Angebumst!«, wie es im Film heißt). Die ungleichen Vier besiegeln ihre nicht ganz einfache Freundschaft. Von links: Maus (Christian Meckel), Karl (Sascha Waack), Saarland-Heimkehrer Tim (André Köhl) und Vitali (Michael Simon).

Saarbrücken. Was für ein Ekel: Arrogant grinsend dreht sich Tim Tozzi um sich selbst und seine Statussymbole (Villa, Jet, Golfplatz) – bis ihn die große Pleite von Münchens Bussi-Welt in die alte verhasste Heimat spült: das Saarland. Wie er sich dort zu arrangieren versucht und letztlich drei rustikale Freunde findet, davon erzählt der Film „Der Männerclub“, der am Donnerstag in Saarbrücken Premiere feiert.

André Köhl, 37, ist die treibende Kraft hinter der saarländischen 59-Minuten-Produktion mit eigenem herben Charme. Köhl, der in Saarbrücken Design studierte und in St.?Ingbert als Kommunikationsdesigner arbeitet, hat den „Männerclub“ geschrieben, produziert, die Ko-Regie übernommen (mit Achim Wendel) und er spielt die Rolle des Arroganzlings. „Zwei Jahre lang habe ich 15 Stunden am Tag gearbeitet“, erzählt Köhl; der reguläre Job musste ja weiterlaufen, war der „Männerclub“ doch ein Projekt ohne Budget – auch wenn die Saarländische Filmförderung dem Film mit 8000 Euro unter die Arme griff. Damit ließ sich die Unterbringung des Teams während der 21 Drehtage (vor allem in Losheim und in Waldhölzbach) finanzieren, Gagen konnte es nicht geben. „Das war allen von vorneherein klar.“ Die Darsteller sind überwiegend Laien von der Saar: Michael Simon, im wirklichen Leben Busfahrer, spielt den Möchtegern-Romeo Vitali; Christian Meckel, der in einer Gießerei arbeitet, spielt einen Choleriker namens Maus; den Mechaniker Karl mit prägnanten Trinksprüchen („Arsch geleckt, Bonanza – angebumst!“) verkörpert Sascha Waack, im wirklichen Leben Schlagzeuger, unter anderem für Gildo Horn. „An einem Wochenende hatte er ein Konzert in Hamburg“, erzählt Köhl, „ist sofort zurückgefahren und hat bei uns 20 Stunden gedreht“.

Das Klischee von arroganten Großstädtern und verschrobenen, dabei grundehrlichen Provinzlern bedient „Der Männerclub“ nicht: Karl, Maus und Vitali können großherzig, aber vor allem kleingeistig sein, während ihr gelassener Umgang mit Blähungen manchem den Appetit verderben könnte. Einer der Höhepunkte des Films ist eine betont trostlose Garagen-Partykeller-Fete, die vor lauter Frust in eine Schlägerei mündet. Als Blick aufs Hinterland an der Saar will Köhl das nicht verstanden wissen: „Das Saarland bietet einfach die Möglichkeit, den Schickimicki-Szenen aus München etwas entgegenzusetzen. Wir wollen keine Position ergreifen.“

Die Schauspielerei der Laien hatte ihre eigene Logik: Da sie ihr Betrunkensein in einer Szene nüchtern nicht überzeugend spielen konnten, griffen die Darsteller zur Flasche. Mit der Folge, dass einer den Text nur satzweise abliefern konnte – zwischendurch nickte er immer wieder ein. Ähnlich scheint das Saarbrücker Ophüls-Filmfestival auf den „Männerclub“ reagiert zu haben: Köhl reichte den Film ein, Ophüls winkte ab. „Das Festival hat wohl eine andere Zielgruppe“. Mehr Begeisterung zeigte das Internetportal myspass.de und dessen Mutterfirma Brainpool, eine Branchengröße. Dort erscheint „Der Männerclub“ nun als DVD, „das Beste, was uns passieren konnte“.

Eine Fortsetzung ist dennoch nur mäßig wahrscheinlich. „Das Projekt hat sich jetzt über zwei Jahre hingezogen, ohne dass irgendjemand etwas dran verdient hätte.“ Schön wäre es, wenn jemand von außen käme und etwas zu investieren bereit wäre, sagt Köhl. „Aber wir warten die Resonanz jetzt mal ab.“

Premiere: Morgen, 20 Uhr, CineStar (Sb). Danach Party im LUV Club (Eintritt frei).
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