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Saarländisches Bündnis gegen Kaufrausch im Advent

Saarbrücken. In ihrer Kindheit, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer, habe sie in der Adventszeit mit ihren Eltern und den fünf Geschwistern viel gebastelt, Weihnachtslieder geübt und das Gebäck gesucht (und meist gefunden), das ihre Mutter versteckt habe. „Es war eine Zeit der Vorbereitung.“ Heute begegnet der Ministerpräsidentin schon im August im Supermarkt der erste Lebkuchen. „Es nervt mich ungeheuer“, sagt die CDU-Politikerin. „Ich habe eine persönliche Abneigung, mich vor der Zeit mit Weihnachten auseinandersetzen zu müssen.“ Ein breites gesellschaftliches Bündnis, zu dem Kramp-Karrenbauer und weitere prominente Saarländer gehören, stemmt sich gegen den Trend, die Adventszeit immer früher beginnen zu lassen und die Ladenöffnungszeiten auszudehnen.

„Wir wehren uns dagegen, dass die Adventszeit zu stark kommerzialisiert wird“, sagte der Beauftragte der Evangelischen Kirchen im Saarland, Kirchenrat Frank-Matthias Hoffmann. Er warnte bei der Vorstellung der Advents-Aktion gestern in Saarbrücken vor einer „Rund-um-die-Uhr-Ökonomie“ und einer „religiösen und kulturellen Verflachung“.

Unterstützt wird das Projekt der „Allianz für den freien Sonntag im Saarland“ von Handball-Weltmeister Christian Schwarzer, Schauspielerin Alice Hoffmann („Tatort“, „Familie Heinz Becker“) und DGB Chef Eugen Roth, sowie von 25 kirchlichen Gruppen und Gewerkschaften. Zu jedem Adventssonntag wollen die Kirchen im Internet einen Text veröffentlichen, in dem die Prominenten schildern, welche Bedeutung Advent und Sonntagsschutz für sie persönlich haben.

Kramp-Karrenbauer räumte ein, die Allianz sei „nicht repräsentativ für den Zeitgeist“. Sie sei aber stolz darauf, dass das Saarland bundesweit das restriktivste Ladenschlussgesetz habe. „Das ist konservativ im besten Sinne.“ DGB-Chef Eugen Roth, der als Polizeibeamter selbst jahrelang sonntags arbeitete, forderte eine „Entschleunigung“ und warnte vor zunehmenden Kosten durch immer mehr psychische und psychosomatische Krankheiten – diese Kosten würden die Verursacher auf die Allgemeinheit abwälzen. Durch längere Öffnungszeiten werde im Handel kein einziger Euro mehr verdient. Er wandte sich gegen die Versuche des Handels, den „Kaufrausch im Advent“ noch auszuweiten. Ihm komme dies vor wie eine „Anglo- Amerikanisierung“ der Gesellschaft vor. „Wir müssen von denen aber nicht jeden Quatsch übernehmen“.

Verdi-Fachbereichsleiterin Steffi Recknagel berichtete davon, dass immer mehr Unternehmen versuchten, das Ladenschlussgesetz zu umgehen. Viele Geschäfte wollten auch am 24. und 31. Dezember bis 18 Uhr öffnen und damit vier Stunden länger, als die Tarifverträge vorsehen. Aus dem Geschäft also direkt unter den Weihnachtsbaum? „Wer so etwas plant, ist nicht mehr ganz klar im Kopf“, sagte Roth aufgebracht. Klar ist: Die Zeit vor Weihnachten ist gerade für die Beschäftigten im Einzelhandel die stressigste Zeit des Jahres. Um wenigstens am 24. Dezember die Belastung der Beschäftigten zu begrenzen, gab Kramp-Karrenbauer folgenden Rat: Männer sollten die Geschenke für ihre Frauen in diesem Jahr einfach mal ein paar Tage früher kaufen.

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