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Saarländisches Staatstheater erlebt neuen Besucher-Boom

Saarbrücken. Die Saarbrücker Intendantin neigt nicht zur Euphorie. Aber wenn die ausgewiesene Schauspiel-Regisseurin Dagmar Schlingmann über den Aufstieg der Haupt-Sprechtheater-Spielstätte Alte Feuerwache spricht, lässt sie sich ihre Begeisterung gerne anmerken. Nicht nur, dass in der vergangenen Spielzeit die Auslastung dort um 17,5 Prozent auf 90,5 Prozent nach oben schnellte. In der aktuellen Spielzeit legte die Quote in der Feuerwache weiter zu, auf derzeit 94,8 Prozent.

Gründe? „Die Baustelle am Landwehrplatz hat uns sehr geschadet“, sagt Schlingmann. 2008/2009 fiel der Bauzaun – wahrlich eine atmosphärische Befreiung. Zusätzlich lief aber in der Feuerwache auch Schlingmanns eigene, hochkarätige „Menschenfeind“-Inszenierung: 31 Mal war dieser Molière ausverkauft. Auch die Pigor-Abende „Erhöhte Temperatur“ sowie die Wilhelm-Busch-Hommage „Das Meer ist voller Flüssigkeit“ erwiesen sich als Feuerwache-Magneten, während in der Gesamtstatistik „Schwanensee“ (Marguerite Donlon) und „Der Barbier von Sevilla“ (Schlingmann) als Abräumer auftauchen. Alles Abende von hohem künstlerischen Niveau.

Qualität setzt sich durch? Entertainment auch. Die Mehrzahl dieser Produktionen steht beispielhaft für das Schlingmann-Konzept, das Theater breitentauglich zu machen. Engagiertes und Gewichtiges wird, wo immer möglich, „leicht“ verpackt. Bei ihrem „Faust“, der im September die Spielzeit im Staatstheater eröffnete, gelang Schlingmann dies ebenfalls vorzüglich. Der Lohn: Die Stückauslastung liegt momentan bei 95,2 Prozent. Allerdings ist der Goethe-Zweiteiler als Abiturstoff ein Selbstläufer bei Klassen. Aber auch „Casa Azul“ (Ballett), „Phantasma“ (Musical) und „Die Hochzeit des Figaro“ (Oper) sorgen für die frohe Botschaft: Seit Spielzeitbeginn kamen 6700 Besucher mehr als im gleichen Zeitraum 2008. Dementsprechend hoch, nämlich rund zehn Prozent über dem Vorjahresschnitt, liegt die aktuelle Auslastung im Staatstheater (84,2 Prozent) oder in der Congresshalle (Konzerte: 77,8 Prozent). Schlingmann ahnt, dass sie diese Toplinie kaum halten wird: „Bereits 2008 kamen die Leute bis Silvester wie von selbst. Das neue Jahr brachte dann einen Stopp, als würde man sich neu sortieren. Der zweite Saison-Abschnitt läuft immer schwerer.“

Nichtsdestotrotz landete das SST in der vergangenen Spielzeit bei einem Besucherplus (zahlender Kunden) von rund 30 000 – und damit beim Durchschnittswert des Schlingmann-Vorgängers Kurt Josef Schildknecht. Den Dauer-Höhenflug von dessen Ära beendete 2004 die Spardebatte. Doch nun sieht Schlingmann die Trendwende zum Wieder-Aufschwung geschafft. Sie beobachtet nicht nur im Saarland, sondern bundesweit eine wachsende „Bereitschaft, sich auseinanderzusetzen“, eine typische Erscheinung in Krisenzeiten.

Allerdings ist das satte Plus von 30 000 Besuchern zwar theater-, aber nicht saarlandgemacht. Denn für rund die Hälfte des Zuwachses (14 500) haben auswärtige Theatergänger gesorgt, in Heilbronn, Berlin und Bonn. Sie strömten zu Gastspielen des SST („Erhöhte Temperatur“, „Romeo und Julia“).

Das momentane Hoch geht nach Einschätzung der Intendantin hauptsächlich aufs Konto der Studenten. Die können dank einer Kooperation des SST mit den Studentenvertretungen kostenlos ins Theater. „Man sieht sie an den Abendkassen. Sie kommen eher spontan, schauen sich querbeet alles an, sind grundsätzlich neugierig.“

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