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Saarland-Radtour von Seehofer und Kramp-Karrenbauer verschoben

Markigen Worten müssen Taten folgen. Nach seiner Aschermittwochsattacke auf das Saarland im vergangenen Jahr hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zugesagt, gemeinsam mit Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Saarland per Rad zu erkunden. Doch das für dieses Frühjahr anberaumte Kräftemessen verschiebe sich auf einen unbestimmten Zeitpunkt, teilte die Sprecherin der bayerischen Staatskanzlei, Daniela Philippi, auf SZ-Anfrage mit.

Grund seien die vielen Termine des CSU-Chefs, vor allem im Wahlkampf. Im März fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt, am 25. Mai steht die Europawahl an. Es sei noch kein neuer Termin anvisiert, sagte Philippi. Offen sei, ob es überhaupt noch in diesem Jahr klappe.

Die Verzögerung sei keinesfalls eine Reaktion auf Kramp-Karrenbauers Kritik am Europa-Wahlprogramm der CSU. „Von Hause aus ist er alles andere als kleinkariert“, so die Sprecherin. Kramp-Karrenbauer hatte Anfang des Monats der Zeitung „Die Welt“ gesagt: „Dass die CSU besonders kritische Töne anschlägt, wenn es um Europa geht, ist ihre Tradition – aber keine gute.“

Der geplante Ausflug steht in Bezug zu Seehofers Rede beim Aschermittwochstreffen der CSU im letzten Jahr, wo er sich abfällig über das Saarland geäußert hatte. „Was ist das Saarland?“, spottete er. Das Bundesland sei nur so groß wie mancher bayerische Landkreis. Wenn man im Saarland sei und ein Fahrrad leihe, tauche deshalb die Frage auf: „Was machen wir nachmittags?“

Auch der damalige Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) bekam die Häme ab. „Ein stellvertretender Ministerpräsident des Saarlandes“, dessen Namen man „nicht kennen muss“, habe es gewagt, den Freistaat wegen seiner Klage gegen den Länderfinanzausgleich zu kritisieren, polterte der Bayer. Eine daraufhin von Kramp-Karrenbauer ausgesprochene Einladung, den sportlichen Beweis anzutreten und sein Saarland-Bild aufzufrischen, nahm er an. Per Brief bat er um Verständnis für die „bayerische Kulturveranstaltung“: „Beim Aschermittwoch in Passau geht es gerne auch etwas deftiger zu! Sollte dabei die Geografie einmal unter den Biertisch fallen oder das Vermögen strammer bayerischer Wadln etwas großzügig dargestellt worden sein, so mögen Sie Milde gegenüber meinen dort getätigten Aussagen walten lassen.“

Kramp-Karrenbauer bezweifelte, ob sie es schaffen werden, die 750 Kilometer des ausgebauten Radwegenetzes im Saarland an einem halben Tag zu bewältigen. Elektro-Fahrräder stehen bereit.

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