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Saarland-Rallye: betrunkener Rollerfahrer (45) rastet aus!

Tünsdorf. Mit einem Strafverfahren muss ein 45-jähriger Rollerfahrer rechnen, der nach der Rallye ausgerastet ist. Das teilte die Merziger Polizei am Sonntag mit. Der Mann hatte um die Mittagszeit versucht, an dem Pkw eines Streckenpostens vorbeizufahren. "Der Sicherheitsposten, ein 23 Jahre alter Mann, saß, die Beine heraushängen lassend, auf dem Fahrersitz des Autos seiner Freundin und wartete auf die endgültige Streckenfreigabe", heißt es im Polizeibericht. Der Rollerfahrer wollte sich die Vorbeifahrt erzwingen und trat gegen die geöffnete Fahrertür. Der Streckenposten wurde verletzt, der Pkw beschädigt, der Rollerfahrer flüchtete. Sein Opfer setzte ihm nach und stoppte ihn.

Als es zu keiner gütlichen Einigung kam, rief der 23-Jährige die Merziger Polizei um Hilfe. Der Rollerfahrer wollte fliehen, wurde von dem Geschädigten daran gehindert. Hierbei griff ihn der Rollerfahrer erneut an. Die Polizisten stellten fest, dass der Zweiradfahrer unter Alkoholeinfluss stand. Folge: Anordnung einer Blutprobe und die Einleitung eines Strafverfahrens. red




Boliden fegen durch den Grünen Kreis


Spektakulär und höllisch laut ging es am Samstag in der Innenstadt von Merzig zu. Tourenwagen, Bergrennfahrzeuge, GT-Boliden und aktuelle Rennwagen haben die Zuschauer begeistert.

Merzig. Die 39. ADAC-Saarland-Rallye gehört zu den herausragenden Motorsportereignissen im Saarland. Ein großer Teil der Veranstaltung findet im Grünen Kreis statt. Grund genug für den Merziger OB Alfons Lauer, am Samstagnachmittag auf der Terrasse der Stadthalle für Rallye-Aktive, Sportfunktionäre und Vertreter der Politik einen Empfang zu geben. Es wurde kein ruhiger Nachmittag. Der Parkplatz an der Stadthalle gehörte zum Hochgeschwindigkeits-Innenstadt-Kurs in der Kreisstadt. "Die anspruchsvollen Wertungsprüfungen zwischen Büdingen, Wellingen, Büschdorf und 'Steine an der Grenze' sowie der Rundkurs in der Innenstadt versprechen Motorsport vom Feinsten", hatte der OB angekündigt. Er sollte Recht behalten.

"Wir sind schon ein wenig stolz darauf, gemeinsam mit unserem ATC Merzig, diesen Rundkurs in der City zu haben", sagte Lauer. "Für die Zuschauer wird das bestimmt eine Riesenshow." Tourenwagen, Bergrennfahrzeuge, GT-Boliden unterschiedlichster Baujahre, aber auch aktuelle Rennwagen der DMV-Tourenwagen-Challenge haben die Zuschauer begeistert. Für den richtigen Rennsound in Merzig sorgten die AC-Cobra, der DTM-BMW M 3 ode

r die legendäre Renault Alpine. Eine ganze Ferrari-Flotte ließ den Puls hochschnellen, unter ihnen der F 599 GTB, der F 355 GTS, der F 360 Modena bis zum modernen F 430 Spider. Zahlreiche Prominente ließen es sich nicht nehmen, mit den Rallye-Piloten ein paar schnelle Runden zu drehen. OB Lauer brachte es auf den Punkt: "Das hat mit normalem Autofahren nichtszu tun. Diese Fahrer sind Künstler!"

Rund 600 ehrenamtliche Helfer aus den ADAC-Ortsclubs ATC Merzig, MSC Losheim und MSC Zerf haben die Rallye unterstützt. "Dieses Engagement ist einfach klasse", sagt ADAC-Sportleiter Karl Heinz Finkler. "Ohne diese Helfer, aber auch ohne die Sponsoren und freundliche Behörden wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich", ergänzt Finkler.

Auch die Polizei war im Einsatz: in den Wertungsprüfungen Mongau, Steine an der Grenze und Wahlener Platte sowie beim Rundkurs in der Merziger Innenstadt, heißt es in dem Polizeibericht am Sonntag. Während der umfangreichen Sperrungen und Umleitungen sei es hauptsächlich in Merzig zu zahlreichen Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen.





"Das war der absolute Hammer"


Wilde Drifts, heiße Reifen. Die Saarland-Rallye hat am Wochenende insgesamt rund 20.000 Zuschauer an die zwölf Wertungsprüfungen gelockt. Die SZ hat sich an einigen Wertungsprüfungen umgesehen.

Dillingen. Die "Saarland" reizt: "Ich steh' auf sie. Vor allem die Wertungsprüfungen Lebacher Land und die Wahlener Platte sind der absolute Hammer", schwärmt Hermann Gaßner junior von wilden Schotterpassagen, engen Kurven und heißen Asphaltgeraden. Vergangenes Wochenende erlebte die Saarlandrallye ihre 39. Auflage - damit ist die Rallye-Dame nahezu doppelt so alt wie ihr fast noch jugendlicher Verehrer. Gerade einmal 20 Lenze zählt Gaßner junior. Dass der junge Mann aus dem bayrischen Surheim mit seiner Ansicht nicht alleine dasteht, zeigte sich bereits am Donnerstagabend in Lebach. In der Innenstadt hatten die 54 Starter die Gelegenheit, im Rahmen des so genannten "Shake down" letzte Feinabstimmungen am Fahrzeug vorzunehmen. Und auch für die Zuschauer, die in Massen das Auftakt-Spektakel besuchten, war dies die optimale Gelegenheit, um sich Appetit auf mehr zu holen.

Gegessen, um im Bild zu bleiben, wurde erstmals am Freitagabend. Vor mehr als 5000 Zuschauern prügelten die Piloten ihre teilweise mit fetten Scheinwerfern aufgemotzten Rallye-Fahrzeuge bei einsetzender Dunkelheit zweimal über den Dillinger Stadtkurs. "Das war der absolute Hammer, ein echtes Spektakel. Vor allem die heckgetriebenen BMW muss man auf dem Stadtkurs mal gesehen haben", schwärmt Reiner Rosenhauer. Mit Frau und Sohn war Rosenhauer donnerstags in Lebach und freitags in Dillingen. Nun wartet er oberhalb von Hargarten auf die Rallye-Cracks. Wahlener Platte nennt sich die Wertungsprüfung. Rosenhauer sagt: "Die Wahlener Platte ist Kult. Ich war schon früher immer hier, als noch Manfred Hero oder auch Walter Röhrl fuhren." Die Heroen früherer Jahre hat der neunjährige Nico zwar nicht mehr selbst gesehen, aber den Rallye-Virus hat er im Blut. "Seit er laufen kann, ist er immer dabei", erzählt seine Mutter. Alle drei Mitglieder der Rosenhauers haben sich Flies-Pullover übergestreift, die sie als Fans von Timo Bernhard kennzeichnen. "Wir bringen ihm aber kein Glück. Wenn wir gucken waren, hat er noch nie das Ziel gesehen", outet sich ein betröppelt dreinschauender Reiner Rosenhauer als Bernhards Unglücksrabe. In Wahlen bekommen sie Bernhard auch nicht mehr zu sehen: Nach einem Radträgerbruch auf der Wertungsprüfung sechs (Steine an der Grenze) ist Bernhard nur noch Zuschauer.

Zahlreiche Zuschauer lockt auch die Wertungsprüfung Lebacher Land an. So etwa in Aschbach. Mit langen Hälsen versuchen sie, ihre Sicht auf die vorbeirasenden Boliden zu verbessern. Gute Sicht haben indes die Mitglieder einer Gruppe, die einen Traktoranhänger zur Tribüne umgebaut haben - Rallye macht eben erfinderisch. Doch auch sie müssen lange warten. Da ein Bauer vor Steinbach in aller Seelenruhe Kartoffeln erntet und mit dem Traktor immer wieder am Streckenrand auftaucht, wird der Start um zehn Minuten verschoben. Erst eine Polizeistreife kann die Angelegenheit regeln: Der Traktor bleibt stehen, die Ernte geht von Hand unter Polizeischutz weiter. Überhaupt macht die Wertungsprüfung Lebacher Land ihrem Ruf als heikel alle Ehre: Olaf Dobberkau, im Zivilberuf immerhin Fahrlehrer, etwa zerlegt seinen knallroten Porsche 911 GT3 hinter der Zieldurchfahrt in Gresaubach an einem Baum. Das bittere Aus für den Sieger der beiden letzten Saisonläufe, der unverletzt blieb, aber nun aus dem Titelrennen ausgeschieden ist.

Am Abend treffen sich viele Zuschauer, die tagsüber mit dem Rallyetross die verschiedenen Wertungsprüfungen abgefahren haben, im Dillinger Lokschuppen wieder. Die Siegerehrung steht an, und da wird die große Liebe von Hermann Gaßner junior und der Saarlandrallye endgültig besiegelt: mit dem Siegerpokal für den Surheimer. "Wir bringen ihm kein Glück. Wenn wir gucken waren, hat er noch nie das Ziel gesehen."

Reiner Rosenhauer, Fan von Timo Bernhard

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