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Saarland auf der ITB: Harter Konkurrenzkampf

Sie balgen sich fast alle um die gleiche Zielgruppe – die deutschen Mittelgebirgsregionen, die eine ähnliche Topografie wie das Saarland haben, und wo Stadt, Land, Fluss zu besichtigen sind. Sie sind auf die Kurzurlauber aus, die wandern oder Rad fahren wollen, etwas für die Gesundheit tun, Kultur genießen und gut essen möchten. Diese Antwort kommt fast immer, wenn man mit Standmanagern spricht, die auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin ihre Gebiete vertreten.

Doch es gibt auch Besonderes. So hat die Region Bayerisch-Schwaben spezielle Lauschtouren entwickelt. „An bestimmten Lauschpunkten gibt es dann großes Kino für die Ohren“, erzählt Ute Rotter, Sprecherin des Tourismusverbands Allgäu/Bayrisch-Schwaben. Die Besucher können entweder eine entsprechende Applikation (App) auf ihr Smartphone laden oder sich einen i-Pod samt Kopfhörer ausleihen, um die journalistisch aufbereiteten Thementouren akustisch zu erleben. So führt die Lauschtour „Ein Moor fürs Ohr“ durch das Leipheimer Moos. Auf der 4,2 Kilometer langen Strecke „erfährt man alles über schwarzen Torf und tiefe Tümpel“, sagt Rotter.

Auch Markus Backes vom Teutoburgerwald-Tourismus weiß, „dass Wandern alle im Programm haben“. „Bei uns kann man auf den Wanderungen aber auch das Flachland sehen“, hebt er hervor. Der Kamm-Wanderweg Hermannshöhen „zeigt, wo Deutschland platt wird. Eine solche Aussicht hat man sonst nirgendwo.“ Vieles dreht sich in dieser Region auch um ihren Hermann – „den Cherusker“, der in der Varus-Schlacht (9 nach Christus) dem Römischen Reich seine imperialen Grenzen aufzeigte. Stolz blickt er auf dem 50 Meter hohen Heldenstandbild im Detmolder Land gen Westen.
Viele dieser Mittelgebirgs-Regionen haben mächtig aufgerüstet. Franken kommt mit einem Hochglanz-Katalog daher, „der unsere Vielfalt widerspiegelt“, erläutert Verkaufsmanagerin Constanze Haissig. Und hat gleich einen Superlativ zur Hand: „Wir haben die höchste Brauerei-Dichte der Welt“.

„Wunderschöne Aussichten“ fällt Ursula Gerharz, Sprecherin des Touristik-Service Westerwald, ein, wenn sie nach dem Alleinstellungs-Merkmal ihrer Region gefragt wird. Radfahren können die Besucher auch dort. „Wir bereiten aber Extra-Radwege für Elektrofahrräder vor“, erzählt sie. Diese sollen mehr Steigungen umfassen.

Der Markt der Kurzurlauber, die deutsche Mittelgebirgs-Regionen erkunden wollen, ist offenbar lohnenswert. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen 55,1 Millionen Kurzreisen im eigenen Land unternommen, so der Deutsche Reiseverband (DRV). Davon waren 34 Prozent Städtereisen. Das beliebteste Inlandsziel ist nach wie vor Bayern. Auf den weißblauen Freistaat entfällt jeder achte Kurzurlaubs-Trip – gefolgt von dem Städtereise-Magneten Berlin. Das Saarland kommt in dieser Statistik (noch) nicht vor.

Nicht mehr Geld für Saar-Tourismus Berlin. Das Saarland will seine Haushaltsmittel für die Tourismusförderung bei 13 Millionen Euro belassen. Das kündigte gestern Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) anlässlich des „Saarland-Tages“ auf Reisemesse ITB in Berlin an. „Wir wollen hier bewusst einen Schwerpunkt setzen“, sagte sie. Denn das Geld sei gut angelegt. Die Tourismuswirtschaft an der Saar erlöse einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und beschäftige 32?000 Mitarbeiter. Außerdem wachse diese Branche. „Und davon wollen wir unseren Teil abbekommen.“ Das Saarland als klassische Region für Kurzurlaubs-Trips „muss weiterhin intensiv vermarktet werden“. Denn das Land habe viel zu bieten, was auch in dem neuen Slogan der Tourismuszentrale Saar (TZS) widerspiegele. Die TZS wirbt in Berlin zum ersten Mal mit dem Spruch „Überraschend viel drin“.

Auf der ITB wurde auch die Saarland Therme (Rilchingen-Hanweiler) mit dem Qualitätssiegel Wellness Stars ausgezeichnet. Die Therme wurde mit fünf Sternen in die höchste Kategorie eingestuft. „350 Kriterien wurden von unabhängigen Experten anonym und mehrmals geprüft“, erläuterte Professor Rudolf Forcher, Aufsichtsratsvorsitzender der Wellness Stars GmbH. Entwickelt wurde das Qualitätssiegel vor rund zehn Jahren von der HKM Heilbäder Kurorte Marketing GmbH Baden-Württemberg. Den Sternenregen nahm Andreas Schauer, Geschäftsführer des Thermen-Betreibers Swiss Spa Management, entgegen. Bisher seien 240000 Besucher in der Saarland Therme gezählt worden. Kalkuliert wurden 150000. low
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