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Saarland forciert Ausbau des Breitbandnetzes

Saarbrücken. Das sarländische Wirtschaftsministerium frociert den Ausbau des Breitbandnetzes im Saarland. „Die Breitbandversorgung wird zunehmend zu einem wichtigen Standort- und Wettbewerbsfaktor“, sagte Wirtschaftsminister Joachim Rippel. Beim Zweckverband eGo ist dafür eine Breitbandberatungs- und -koordinierungsstelle eingerichtet worden.

Grundsätzlich hat sich eGo den Ausbau der elektronischen Verwaltung auf die Fahnen geschrieben. Doch Wilhelm Schmitt, Geschäftsführer eGo-Saar, ist pragmatisch. „Wenn wir die Rathäuser anbinden, ist es sinnvoll, die Gemeinden auch gleich mitzunehmen.“

Im Saarland verfügen 95,5 Prozent der Haushalte über einen Zugang zum Breitbandnetz mit einer Geschwindigkeit von einem Mbit pro Sekunde. Versorgungslücken gibt es vor allem im nördlichen Saarland sowie im südlichen Teil des Saarpfalz-Kreises.

Anschlussmöglichkeiten gibt es verschiedene. Entweder wird die Gemeinde über die Telekom an das Glasfasernetz angeschlossen – häufig sind dafür aber aufwändige und teure Bauarbeiten nötig. Meist binden Funkanbieter die Ortschaften günstiger an. So soll die Ortschaft Namborn jetzt mit Hilfe eines Funkanbieters schnelles Internet bekommen.

Fördermittel bekommen die Gemeinden nur, wenn sie die günstigste Lösung wählen. Die Gemeinde Mettlach hat für ihre unterversorgten Randgebiete, unter anderem Nohn und Dreisbach, eine Bedarfsermittlung gestartet, um Daten für die anstehende Ausschreibung zu haben.

Das Verfahren für die Beantragung von Fördermitteln ist laut Schmitt recht komplex – er führt darauf zurück, dass von den 16,7 Millionen Euro, die Bund und Länder für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur zur Verfügung gestellt haben, bisher nur ein geringer Teil abgerufen wurde. „Es ist aber auch ein sehr spezielles Thema, für das die Kommunen keine Spezialisten beschäftigen“, sagt Schmitt. eGo-Saar stellt gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Spezialisten zur Verfügung, die die Gemeinden in dem Antragsverfahren für Fördergelder unterstützten.

Funklösungen müssen laut Schmitt nicht immer der Weisheit letzter Schluss sein. Wenn Gemeinden bei jeder Baumaßnahme ein Leerrohr mit verlegen, wird der Anschluss an das Glasfasernetz der Telekom gleich wieder konkurrenzfähig – gräbt die Telekom selbst, schlagen die Arbeiten mit rund 50.000 Euro pro Kilometer zu Buche. Auch gebe es wohl die Möglichkeit über die Abwasserrohre des Entsorgungsverbandes Glasfaserkabel zu verlegen. Auch sei es sinnvoll, in einigen Gemeinden mehrere Lösungen zu kombinieren. „Ich verspreche mir einiges davon“, sagt Schmitt.
Joachim Wollschläger (SZ)

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