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Saarland geht neuen Ausbildungsweg

Im Saarland soll es künftig möglich sein, nach der Mittleren Reife parallel zur Lehre mit berufsbegleitendem Unterricht schneller als bisher die Fachhochschulreife zu erwerben.

Im Saarland soll es künftig möglich sein, nach der Mittleren Reife parallel zur Lehre mit berufsbegleitendem Unterricht schneller als bisher die Fachhochschulreife zu erwerben.

Zwei Jahre hat die Diskussion zwischen der Saar-Wirtschaft und dem Bildungsministerium gedauert. Jetzt soll die Idee schnell auf den Weg gebracht und schon ab dem kommenden Ausbildungsjahr 2014/2015 an der Saar eingeführt werden. Bereits heute oder spätestens morgen behandelt der Landtag den dazu nötigen Gesetzentwurf. Demnach soll es Dieser Unterricht findet an einem Werktag, in der Regel von Montag bis Freitag, statt, heißt es in dem Gesetzentwurf, den die große Koalition aus CDU und SPD einbringt.

Saarländische Unternehmen sehen darin nach Aussage von Peter Nagel, der bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saar für Ausbildung zuständig ist, eine Möglichkeit, deutlich früher an Fachkräfte zu kommen. Starten werde man mit Angeboten für die Metall verarbeitende Industrie. Dort sei der Bedarf besonders hoch. Doch auch der Handel, der kaufmännische Bereich von Betrieben und das Handwerk profitierten. Ziel sei es, mehr Realschulabsolventen zu gewinnen, die bisher den Weg an die Fachoberschule gewählt hätten. Zudem zögen noch zu viele junge Leute einen rein schulischen Weg mit anschließendem Studium dem frühzeitigen Kennenlernen eines Unternehmens und seiner Karriere-Chancen vor. Das Handwerk fordere die neue Form der Ausbildung mit Begleitunterricht zur frühzeitigen Fachhochschulreife schon lange, sagt Georg Brenner, Hauptgeschäftsführer der Saar-Handwerkskammer. Seiner Ansicht nach werden alle Handwerksberufe von der Neuregelung im Ausbildungswesen profitieren.

Nach Ansicht von Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände (VSU), „wird die duale Ausbildung aufgewertet und verschafft guten Schülern mit mittlerem Bildungsabschluss die attraktive Möglichkeit, zunächst die Praxis zu erleben und danach alle Chancen für ein weiterführendes Studium wahrzunehmen“. Für die Betriebe sei das Modell hervorragend, „weil diese Auszubildenden besonders motiviert sind. Damit sie den Betrieben dauerhaft erhalten bleiben, empfehle ich ein anschließendes duales Studium. Damit hätten wir eine durchgängige Verzahnung von Theorie und Praxis – ein Weg, der ohnehin schon sehr im Trend liegt.“

 Die Baubranche zeigt sich ebenfalls angetan. „Dieser Weg bringt eine frühe Praxisorientierung. Für junge Leute, die sich diesem Ausbildungsweg stellen, bringt es aber deutlich mehr zeitliche Belastungen mit sich“, gibt Hans-Ludwig Bernardi zu bedenken, Präsident des Arbeitgeberverbandes der Saarländischen Bauwirtschaft (AGV). Auch der Einzelhandel „unterstützt diese Form der Ausbildung voll und ganz“, so Verbands-Hauptgeschäftsführer Florian Schulz. Besonders für Einzelhandelskaufleute sei dies eine attraktive Variante.
 
 
Meinung
Großer Vorteil für die Region
Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia


Die Möglichkeit, nach der Mittleren Reife mit einer berufsbegleitenden Ausbildung schneller die Fachhochschulreife zu bekommen, ist ein großer Standortvorteil für das Saarland. Und es gibt nur Gewinner. Unternehmen können schneller an die dringend gesuchten Fachkräfte kommen. Jungen Menschen eröffnen sich durch diesen anspruchsvollen, auch persönlich kraftaufwendigen Weg, zusätzliche Karrieremöglichkeiten auf der Führungsebene von Unternehmen. Auch Studenten profitieren. Klappt ihr Studium, warum auch immer, nicht, fallen sie nicht ins Bodenlose, sondern können auf eine zuvor erworbene hochwertige Berufsausbildung zurückgreifen.
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