L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saarland ist ideal für Sonnenenergie

Saarbrücken. Theoretisch kann der gesamte private Stromverbrauch an der Saar über Sonnenenergie gedeckt werden. Das ergab ein Studie, die Umweltministerin Simone Peter (Grüne) in Auftrag gegeben hat. Der möglichen Nutzung der Sonnenenergie im Saarland komme entgegen, dass die Region „sonnenverwöhnt ist“, wie Peter gestern bei der Vorstellung der Untersuchung in Saarbrücken sagte. Das errechnete Gesamtpotenzial für Erzeugung von Solarenergie decke gut 350 Prozent, also das Dreieinhalbfache des saarländischen Privat-Stromverbrauchs ab. Auch könne das Saarland demnach ein Stromexport-Land bleiben. „Wir können aus der Sonne mehr Strom gewinnen, als wir Saarländer verbrauchen können“, sagte die Ministerin, die in der Landesregierung auch für Energiepolitik zuständig ist.

Grundlage der Erkenntnisse ist eine flächendeckende Erhebung. Das Saarland ist das erste Bundesland, das die gesamte Fläche des Landes daraufhin betrachtet hat, wo sich Solarstrom erzeugen lässt.

Simone Peter, die den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch im Saarland bis 2020 auf ein Fünftel steigern will, sieht ihre energiepolitische Strategie durch die Ergebnisse der Studie bestätigt. Derzeit sind es sechs Prozent; vor Beginn der Jamaika-Koalition lag der Anteil der erneuerbaren Energie bei vier Prozent.

Konkret wurde von der Fachhochschule Frankfurt unter der Leitung von Professorin Martina Klärle ein Potenzial für die Solarstromerzeugung von etwas mehr als 6000 Gigawattstunden pro Jahr errechnet. Das entspricht einer Deckung des Strombedarfs der privaten Haushalte, der bei gut 1660 Kilowattstunden pro Person im Jahr liegt, von 356 Prozent.
Die Potenziale aus Dach- und Freiflächen sind demnach hier zu Lande ungefähr gleich groß. Sie fallen aber in den saarländischen Landkreisen unterschiedlich aus. Das hänge mit der jeweiligen Besiedelungsdichte zusammen, so die Ministerin. Die mögliche prozentuale Deckung des privaten Strombedarfs durch Sonnenstrom fällt im Landkreis Merzig-Wadern mit 639 Prozent am höchsten aus. Gefolgt von St. Wendel mit 616 Prozent. Demgegenüber weist der Regionalverband Saarbrücken mit 216 Prozent einen vergleichsweise niedrigen Wert auf.

Die Nutzung von Dächern für Solarenergie wird von Simone Peter als relativ unproblematisch beschrieben; die Akzeptanz sei deutlich gestiegen. Investieren müssten die privaten Hauseigentümer. In Zukunft wolle man auch bei den Baugenehmigungsverfahren auf die Nutzungsmöglichkeiten für Sonnenenergie achten.

Bei den Freiflächen werde es eher Akzeptanzprobleme geben, etwa bei Anlagen auf Ackerflächen, wofür es auch keine Subventionen mehr gibt. Deshalb setzt sie mehr auf Flächen längs der Eisenbahnschienen und der Autobahnen. Aber niemand müsse fürchten, in Zukunft auf der Autobahn durch einen Wald von Sonnenkollektoren zu fahren, versicherte Martina Klärle. Schließlich sei nur ein geringer Teil der Strecken, nämlich vier Prozent wirklich zu nutzen. So kämen beispielsweise Naturschutzgebiete nicht in Frage.
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