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Saarland setzt auf Erdgas-Autos

Saarbrücken. Noch klingt die Zahl der Autos bescheiden, die mit Erdgas-Antrieb über Deutschlands Straßen rollen. 85 000 Autos sind es derzeit, was 0,2 Prozent des bundesdeutschen Pkw-Bestandes ausmacht. Doch die Erdgas-Szene wittert Morgenluft. Denn auf EU-Ebene soll beim Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) der Flottendurchschnitt der Autohersteller auf 120 Gramm pro Kilometer gesenkt werden.

Die Zielvision der EU für 2020 liegt bei 95 Gramm – derzeit sind es im Durchschnitt etwa 140 Gramm. Außerdem müssen die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) und – beim Diesel – für Rußpartikel kräftig gesenkt werden, um bei den Motoren die EU6-Norm zu erfüllen.

Dass lässt sich am besten mit Erdgas bewältigen, ist Timm Kehler überzeugt. Der Ausstoß von CO2 sei beispielsweise um 25 Prozent geringer. Kehler ist der Geschäftsführer von Erdgas Mobil, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Absatz von Erdgas-Autos voranzubringen. Träger dieser Initiative ist die Energie-Wirtschaft, die mit der bisherigen Entwicklung bei der Neuzulassung von Erdgas-Autos unzufrieden ist.

„Bislang lief die Überzeugungs-Arbeit für Erdgas-Fahrzeuge über regionale Initiativen, die häufig ehrenamtlich betreut werden“, erläutert Thomas Hentschel. Er ist der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Das Saarland gibt Gas“, der für Erdgas-Fahrzeuge in der Region wirbt. An der Saar hat man bei Erdgas schon seit Jahren die Nase vorn. Von den 860 Tankstellen bundesweit – mehr als 1000 sollen es im kommenden Jahr sein – befinden sich 17 im Saarland.

Außerdem hatten die Stadtwerke Saarbrücken bei der Einführung von Erdgas-Bussen die Nase vorn. Im April 1995 wurden die ersten mit Erdgas betriebenen Busse auf die Reise geschickt. Heute werden von den 85 Solobussen der Stadtwerke 48 mit Erdgas betrieben, bei den 43 Gelenkbussen sind es 39.

Die technische Einrichtung der Busse wurde seinerzeit vom Tüv Saarland abgenommen. Dies hatte zur Folge, dass heute noch der Saar-Tüv das Erdgas-Kompetenzzentrum in der bundesweiten Tüv-Familie beheimatet. „Die Technik ist inzwischen ausgereift“, sagt Stefan Behrning, Leiter des sechsköpfigen Teams, das bei der Tüv Saarland Automobile angesiedelt ist. „Aber es gibt weiterhin Verbesserungen, wir müssen das Regelwerk daher immer auf dem neuesten Stand halten“, erzählt er.

Neu ist auch, dass immer mehr Biogas dem Erdgas beigemischt wird. Dieses stammt aus Gärprozessen bei Pflanzen oder Tier-Gülle. „Dadurch kann man die Autos mit nachwachsenden Rohstoffen betreiben“, sagt Timm Kehler. Außerdem lohne es sich finanziell. Erdgas-Autos sind zwar teurer und die Gasflaschen bringen es mit sich, dass die Autos 150 Kilogramm schwerer werden. Doch Erdgas-Energie kostet dank steuerlicher Subventionen nur ein gutes Drittel von Super-Benzin. Das soll auch bis 2018 so bleiben. Serienhersteller von Erdgas-Autos sind VW, Opel, Ford und Fiat.

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