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Saarland trauert um tote Polizistin

Aufgrund des Unfalls auf der A1, bei dem während einer Verkehrskontrolle eine Polizistin überfahren wurde, sind Trauerflore an den Polizeiautos angebracht, fotografiert am Montag (22.10.2012) in der Karcherstraße in Saarbrücken.

Aufgrund des Unfalls auf der A1, bei dem während einer Verkehrskontrolle eine Polizistin überfahren wurde, sind Trauerflore an den Polizeiautos angebracht, fotografiert am Montag (22.10.2012) in der Karcherstraße in Saarbrücken.

Saarbrücken. Nach dem Tod einer 28-jährigen Polizeikommissarin am Sonntagnachmittag bei einer Kontrolle auf der Autobahn A 1 bei Göttelborn werden heute erste Zeugen des tragischen Geschehens vernommen. Ein 29 Jahre alter Golf-GTI-Fahrer hatte die Beamtin, die zu einem von einem Streifenwagen auf der rechten Fahrbahn gestoppten Peugeot gehen wollte, mitgerissen. Die Frau, die zur Besatzung eines zivilen Videofahrzeuges gehörte, wurde tödlich verletzt. Schwere Verletzungen erlitt ein 22 Jahre alter Kommissaranwärter. Er war zuvor von dem Golf erfasst worden, als er an der geöffneten Fahrertür des gestoppten Peugeots stand.

Gegen den GTI-Fahrer, der wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft ist, wird jetzt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Auf breites Unverständnis bei schockierten Kollegen der getöteten Beamtin und in der Bevölkerung stieß gestern die Meldung unserer Zeitung, dass dem 29-Jährigen auf Anordnung des zuständigen Staatsanwaltes der zeitweilig beschlagnahmte Führerschein wieder ausgehändigt werden musste. Die Staatsanwaltschaft verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorschriften der Strafprozessordnung. Die dort für eine vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis geforderten „dringenden Gründe“ seien derzeit nicht belegbar. Insbesondere, weil der exakte Unfallhergang noch nicht rekonstruiert werden konnte und Zeugen noch nicht gehört wurden. Dass der Führerschein wieder ausgehändigt wurde, sei keinesfalls als Vorwegnahme einer späteren Entscheidung zu verstehen.
Bei der zuständigen Polizeiinspektion Heusweiler wurde zur Klärung des Geschehens zwischenzeitlich eine Ermittlungsgruppe gebildet. Inspektionschef Wolfgang Schäfer sagte gestern: „Es gibt unklare Fragestellungen.“ Ein Sachverständiger soll beispielsweise klären, mit welcher Geschwindigkeit der Golf-Fahrer am Unfallort fuhr. Nach einem Aufruf haben sich zwei Zeugen gemeldet, die möglicherweise Angaben dazu machen können, ob der GTI-Fahrer bereits vor dem Unfall mit riskantem Fahrstil auf der A 1 aufgefallen war. Mehrere Autofahrer, die hinter dem gestoppten Peugeot anhielten, sollen als Zeugen gehört werden. In dem Bereich der A?1 gibt es keine Standspur, sondern nur eine engere Randspur. Ein Tempolimit ist nicht ausgeschildert.

Der Homburger Justizrat und Verkehrsrechtsexperte Hans-Jürgen Gebhardt sagte gegenüber der SZ, Autofahrer müssten grundsätzlich auf Sicht fahren und ihr Tempo der Situation anpassen. Bei Blaulicht sei zudem erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Die Trauerfeier für die Polizistin findet am Freitag, 14 Uhr, im Lebacher Stadtteil Aschbach statt.
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