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Saarland will schnellere Integration von Ausländern

Saarbrücken. Menschen mit Migrationshintergrund haben im Saarland jetzt eine zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, ihre in der Heimat erworbenen Qualifikationen in Deutschland anerkannt zu bekommen. Bei dem Bildungsträger RAG Bildung Saar wurde diese „Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen“ eingerichtet. Sie ist telefonisch unter der Nummer (0681) 4 17 20 75 zu erreichen. Damit ist das Saarland das erste Bundesland, das über eine solche Servicestelle verfügt. Sie ist mit drei Mitarbeitern besetzt. Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist. Aus verschiedenen Töpfen wird das Vorhaben mit insgesamt 400 000 Euro gefördert.

Rund 90 Prozent der Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen „können den Beruf nicht ausüben, für den sie qualifiziert wurden“, beschrieb Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das Problem. Viele würden aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeit resignieren. Ausländerbehörde, Migrationsberatung, Agenturen für Arbeit, Bezirksregierungen, Kultusministerien, Berufsverbände, Kammern, Bildungsträger oder die Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaften (Argen) seien nur einige der zahlreichen Anlaufstellen, die „Migranten verzweifeln lassen“. „Die Servicestelle soll für die Betroffenen Lotse durch den Behördendschungel sein“, erläuterte Harry Laufer, Geschäftsführer der RAG Bildung Saar.

„Die Odyssee zur Anerkennung der Bildungsabschlüsse soll im Saarland künftig vermieden werden“, machte Otto-Werner Schade, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, deutlich. Bei der Servicestelle werde die Qualifikation der Menschen mit Migrationshintergrund geprüft. Danach würden die Fachleute ermitteln, welchen Weiterbildungs-Bedarf es gebe, damit der Abschluss anerkannt werden würde. Dazu gehörten auch berufsorientierte Sprachkurse. „Wir müssen verhindern, dass Menschen, die in anderen Ländern eine akademische oder eine Facharbeiter-Qualifikation erworben haben, bei uns putzen oder Taxi fahren müssen“, sagte Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Wir können es uns nicht mehr leisten, angesichts der demografischen Entwicklung diese Ressourcen brachliegen zu lassen“, sagte Lothar Gretsch, Leiter der Referatsgruppe Arbeitsmarkt im saarländischen Arbeitsministerium.  Lothar Warscheid 
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