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Saarlands Amseln bleiben von Virus verschont



Saarbrücken. Das Usutu-Virus, dem bundesweit in diesem Jahr bereits Hunderttausende Amseln zum Opfer gefallen sind und das derzeit im Rhein- Neckar-Raum wütet, ist im Saarland bislang noch nicht aufgetreten. Aktuell gebe es keine bestätigten Fälle, erklärte das saarländische Umweltministerium auf SZ-Anfrage. Ein Ausbruch der tödlichen Vogel-Seuche sei aber nicht auszuschließen, so der Naturschutzbund (Nabu) Saar. Das exotische Virus aus Afrika, das von Mücken übertragen wird und für Menschen bislang ungefährlich ist, hatte bereits im Vorjahr für massives Amsel-Sterben im Südwesten Deutschlands gesorgt.

Nach Schätzungen verendeten rund 300 000 Amseln allein in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Aktuell schätzen Wissenschaftler die Situation in Rhein-Hessen noch schlimmer als 2011 ein. Im Saarland gibt es damals wie heute „keine Erkenntnisse, dass das Virus hier ist“, sagte Ministeriumssprecherin Sabine Schorr. Auch Verdachtsfälle habe es bislang noch keine gegeben. Warum das Saarland in diesem wie im letzten Jahr noch nicht zur Todeszone für die schwarz gefiederten Singvögel geworden ist, ob es mit Mücken oder Zugvogel-Routen zu tun hat, ist spekulativ. „Eine Grundgefahr der Ansteckung besteht aber prinzipiell auch hier“, meinte Rolf Klein vom Nabu.

Das Virus trete bislang lokal begrenzt und dort teils massiv auf. Bestandsgefährdend für die deutsche Amsel- Population sei es indes nicht, wie das Saar-Umweltministerium bestätigte. Aktuell leben im Saarland geschätzt rund eine Million Amsel-Brutpaare. Der Bestand sei damit „durchschnittlich“, sagte Klein. Beim Anblick einer toten Amsel – „das kommt natürlich immer mal vor, etwa im Garten“ – bestehe derzeit kein Grund zur Seuchen-Panik. „Der Vogel kann durch den Flug gegen eine Scheibe, durch eine Katze oder ein Auto zu Tode gekommen sein.“

Erst bei mehreren toten Tieren sollten sich Beobachter an das Ministerium wenden. Das Virus befällt überwiegend Amseln, aber auch Sperlinge, Stare oder Eisvögel. Die Gefahr ist dort hoch, wo es viele Stechmücken gibt, wie derzeit am Rhein. Experten hoffen im Hinblick auf 2013, dass die Vögel nach und nach immun gegen das Usutu- Virus werden.


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