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Saarlands Biomüll: Saarbrücker Energie-Unternehmen Evonik will ihn haben - und daraus Strom machen

Das Saarbrücker Unternehmen Evonik New Energies hat sich zu einem Spezialisten für „grüne Energie“ entwickelt. Er setzt auf die Geschäftsfelder Bioenergie, Grubengas und Geothermie.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. Das Saarbrücker Energieunternehmen Evonik New Energies wird in die Biogas-Produktion einsteigen. Das kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Werner Kaufmann, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Infrage kämen dafür neben nachwachsenden Rohstoffen alle kommunal gesammelten biologischen Abfälle, die „bislang von den Städten und Gemeinden noch nicht verwertet werden“. Ein großes Potenzial sieht er vor allem der in Grünen Tonne. Evonik werde eine langfristige Abnahme sicherstellen.  Eine erste Gesellschaft sei mit der Stadt Völklingen gegründet worden. Ein landesweites Konzept soll bis 2013 verwirklicht werden.

Evonik New Energies setzt vor allem auf die Geschäftsfelder Bioenergie, Grubengas und Geothermie. Als nächste größere Investition befindet sich ein neues Biomasse-Heizkraftwerk in der Zielgeraden. Die Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Warndt läuft bereits im regulären Betrieb. Aus 40.000 Tonnen Frischholz, das der Saarforst pro Jahr liefert, werden Strom und Wärme erzeugt. Am 2. September soll die Anlage, in die Evonik 12,3 Millionen Euro investiert hat, offiziell in Betrieb genommen werden.  Das Unternehmen betreibt bundesweit bereits zehn Biomasse-Anlagen, in denen pro Jahr rund 530.000 Tonnen Holz (überwiegend Altholz) in Strom und Wärme umgewandelt werden können. Mit diesem Konzept will man auch in Großbritannien an den Markt.

Die Verwertung von Grubengas hat sich ebenfalls zu einem wichtigen Geschäftsfeld ausgeweitet. An fünf Standorten im Saarland, in Fenne, in Wellesweiler, in Velsen, in Weiher und in Camphausen wird das Methangas, das unter Tage freigesetzt wird, über das Grubengasnetz zu Gasmotoren oder Gasturbinen geführt. Diese wandeln es in Strom und Fernwärme um. Auch im polnischen Steinkohle-Bergbau setzt man auf das Evonik-Wissen.  Dort nutzen einige Gruben das bei der Kohleförderung freiwerdende Methangas, um sich mit Strom zu versorgen und mit Kälte eine bessere Gruben-Bewetterung sicherzustellen.

Eine weitere Stärke von Evonik New Energies sieht Kaufmann in der Energie-Vollversorgung (Contracting). So werden zum Beispiel die Opel-Werke in Polen mit Wärme versorgt. Im Werk Bad Kreuznach des Reifenherstellers Michelin ist Evonik dafür zuständig, „dass Strom und Dampf immer in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen“, so Kaufmann.

In Sachen Geothermie ist Evonik New Energies seit 1994 im oberbayrischen Erding aktiv. Dort nutzt man in 2350 Meter Tiefe eine heiße Thermalquelle. Das 65 Grad warme Wasser speist ein Thermalbad, wird für die Fernwärme eingesetzt und als Trinkwasser genutzt.  Ein zweites Geothermie-Projekt ist im pfälzischen Kandel geplant. Außerdem ist Evonik bei einem Forschungsvorhaben im Elsass dabei, bei dem die „Hot-Dry-Rock-Technologie“ eingesetzt wird. Dabei wird Wasser in 4000 bis 5000 Meter Tiefe durch Klüfte und Risse im heißen Gestein gedrückt, aufgewärmt und wieder an die Oberfläche gepumpt.

Das Unternehmen, das Teil des Essener Evonik-Konzerns ist, beschäftigt rund 700 Mitarbeiter – davon etwa 300 im Saarland – und setzt zirka 250 Millionen Euro um.

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