L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saarlouis: Meinungen zum Bundeswehr-Aus

Saarlouis/Lebach. Der Bundeswehr-Standort Saarlouis macht dicht. Einzig der Stab der Saarlandbrigade bleibt, zieht aber um nach Lebach. „Wir wollen die Bundeswehr reduzieren, irgendwen muss es da ja treffen“, sagt Bernhard Lindenmayer, 69, aus Wadern dazu, dass Saarlouis geschlossen werden soll. „Schade“, sagt dagegen Margitta Motsch, „irgendwie hat die Bundeswehr zu Saarlouis gehört“, findet die Saarlouiserin. Es ist wie das Ende einer Ära.“ Ihr Mann Gerald Motsch, 74, schüttelt den Kopf. „Wir müssen hier endlich andere Wirtschaftskräfte entwickeln und nicht nur nach der Bundeswehr schielen. Saarlouis als Militärstadt – davon müssen wir uns endlich einmal lösen. Wir brauchen keine Bundeswehr mehr.“

„Und was ist mit dem Koch?“, fragt Brigitte Kölsch, „an dieser Entscheidung hängt mehr, als man auf den ersten Blick sieht“. „Nochmal weniger Arbeitsplätze“, sagt Petra Trux und schüttelt den Kopf. Harald Glaser aus Beaumarais findet die Entscheidung „völlig unverständlich. Es wurde so viel in diesen Standort investiert“, sagt der 38-Jährige.

Helmut Straß aus Sankt Wendel arbeitet für die Bundeswehr und findet es „schlimm, dass es Saarlouis jetzt nicht mehr geben soll“. Sein Sohn war in Saarlouis stationiert. Paolo Messana aus Ensdorf interessiert sich kaum dafür, dass es in Saarlouis künftig keine Soldaten mehr geben soll. „Ändern kann man’s ja sowieso nicht“, sagt der 55-Jährige.

„Ist doch schön, dass hier jetzt keine Soldaten mehr gezüchtet werden“, findet Rudolf Maser aus Bous, auch wenn’s für die Stadt Saarlouis sicherlich kein Vorteil sei. Michelle Vogels aus Roden und Judith Kasper aus Saarwellingen ärgern sich über die Schließung. „Da macht Saarlouis immer einen auf Europastadt, macht dann aber die Kasernen dicht“, sagen sie, „das passt nicht zusammen.“

David Hafner erklärt, die Entscheidung betreffe ihn selbst nicht: „Ich wurde sowieso ausgemustert“, sagt der 24-Jährige aus Saarlouis. Und Stefan Blaich meint: „Die Kaserne bleibt ja, das ist die Hauptsache. Vielleicht gibt’s da dann ja bald ein schönes, neues Museum.“

Durch die Lebacher Innenstadt ging gestern Vormittag nach Bekanntgabe der Pläne ein Aufatmen. „Ich hätte gedacht, dass Saarlouis bleibt. Die Entscheidung für Lebach überrascht und freut mich zugleich“, sagt Rudolf Pfeffer aus Sprengen. „Man sieht die Soldaten hier einkaufen, und auch sonst hätte Lebach einen Bevölkerungsschwund erlebt.“

Für Helmut Zanardi aus Hüttersdorf ist auch der abgespeckte Verbleib der Soldaten ein positives Signal. „Mal sehen, vielleicht bleibt jetzt auch das Krankenhaus Lebach erhalten“, mutmaßt er.

Einfach nur glücklich über die Nachricht zeigte sich der Einzelhandel in Lebach. „Ich habe im Bereich Zeitschriften und Tabak viele Kunden aus der Kaserne“, erklärt Sieglinde Bartsch, „aber auch so würde in Lebach echt was fehlen“.

Das kann Waltraud Müller- Tierra nur bestätigen: „Lebach ist so verbunden mit den Soldaten.

Aber nicht nur sie selbst, auch ihre Familien kaufen bei uns ein, gehen hier zur Schule und zum Arzt. Das wäre unvorstellbar für die Infrastruktur, wenn der komplette Standort geschlossen worden wäre.“

Gerda Wagner aus Lebach hat die Diskussion in den vergangenen Tagen intensiv mitverfolgt, hat sie doch selbst in der Kaserne gearbeitet. Für sie und ihren Sohn Patrick Wagner war es eine gute Nachricht. „Gerade auch, wenn man überlegt, wie viel Geld in den vergangenen Jahren in den Standort investiert worden ist.

Wenn jetzt alles leerstehen würde – unvorstellbar“, sagt Patrick Wagner. „Ich bin froh und glücklich über die Nachricht“, sagt auch Renate Kosowski aus Lebach.

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