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Saarlouis: Metalldiebstähle halten Polizei in Schach

Kreis Saarlouis. Bemerkenswert sei vor allem, wie hoch der Aufwand ist, den manche Diebe betreiben, um an das begehrte Metall zu kommen, so Ney. Und auch die Gefahr, der sie sich dabei aussetzen: Die Kabel stehen zum Teil unter Spannung. Gestohlen werden vor allem Kabel, in denen Kupfer enthalten ist, berichtet das Landeskriminalamt Saarbrücken. Außerdem sind alle Metallprodukte mit hohem Rohstoffanteil begehrt, wie etwa Edelstahlprodukte oder Edelmetalle.

„In erster Linie werden Kabel gestohlen“, bestätigt Werner Steimer, Leiter des Kriminaldienstes in Lebach. „Ansonsten aber alles, was nicht niet- und nagelfest ist, das geht querbeet, wo sich eine Gelegenheit bietet. Vor kurzem haben Diebe die Kabel an der Saarbahntrasse geklaut, es wurde auch schon ein ganzes Edelstahlgeländer abmontiert.“ Grund für die vermehrten Diebestouren sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise für Industriemetalle. Von Januar bis September 2010 hat sich der Weltmarktpreis für Kupfer auf rund 6 000 Euro pro Tonne verdreifacht. Entsprechend erhöhen sich auch die Preise für den Ankauf auf dem Buntmetallmarkt.

Der Tagespreis für Kupfer liegt beispielsweise bei etwa 6,30 Euro – pro Kilogramm. Das Problem für die Polizei ist, dass die Taten nur schwer nachzuweisen sind. Gerade geklaute Kabel sind nicht mehr identifizierbar, erklärt Steimer. Und Metallgegenstände werden selten beim Schrotthändler um die Ecke verkauft.  „Und wenn es dann über die Grenze geht, wird es für uns sehr schwierig, das nachzuverfolgen“, erklärt der Kriminalhauptkommissar. „Eigentlich ist der Diebstahl nur nachzuweisen, wenn man jemand auf frischer Tat ertappt.“ Die Täter sind durchaus in der Lage, schwere Lasten von mehreren Tonnen zu bewegen. Dabei benutzen sie gerne schon vorhandene Maschinen wie Gabelstapler oder Bagger, denn diese sind oft in Betrieben nachts oder übers Wochenende nicht sonderlich gesichert.



Besonders gefährdet sind nach Angaben des LKA Firmen im Baugewerbe, metallverarbeitende Betriebe, Gießereien, Kabelhersteller, Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, die Daten- oder Stromnetze unterhalten sowie wirtschaftliche Nutzer von Buntmetallen, wie Betreiber von Windkraftanlagen, außerdem Recyclingbetriebe, Schrott- und Metallhändler. Schützen können sich Firmen und Privatleute am besten durch technische Sicherungen wie Videoüberwachung oder Alarmanlagen. Außerdem rät die Polizei, wertvolle Materialien nur in gesicherten Gebäuden oder Containern zu lagern und auch die Zufahrt, zum Beispiel mit gesicherten Baufahrzeugen, zu blockieren, um den Abtransport zu erschweren.

HINTERGRUND

Einzeltäter und Kleingruppen nutzen laut LKA eher eine günstige Gelegenheit, um geringe Mengen Kabel oder Buntmetall zu klauen. Die Beute bieten sie dann nahe gelegenen Schrotthändlern oder Recyclingbetrieben an. Kriminelle Banden stehlen länderübergreifend große Mengen. Dabei versuchen sie, Metallhändler in die kriminelle Struktur einzubinden. Um sich nicht selbst als Hehler strafbar zu machen, rät das LKA den Ankäufern, nach der Herkunft der Ware zu fragen und sich einen Ausweis zeigen zu lassen. Bei dubiosen Angeboten sollten Ankäufer die Polizei informieren. nic
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