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Saarlouis macht gegen Koma-Saufen mobil

„Hinschauen hilft“: Unter diesem Motto will sich das Kreisjugendamt Saarlouis verstärkt des Jugendschutzes annehmen. Denn immer jüngere Kinder und Jugendliche trinken viel Alkohol – bis zum Koma. Gerade bei frühem und exzessivem Konsum ist die Gefahr einer Abhängigkeit groß, und die Folgen sind bedrohlich. Umso wichtiger ist es, dass die Gesellschaft hinschaut, meint Sachgebietsleiter Dieter Held.

Das Kreisjugendamt setzt nun auf die Hilfe Ehrenamtlicher: Aus allen Städten und Gemeinden werden engagierte und lebenserfahrene Bürger gesucht, die sich, mit Unterstützung des Jugendamtes, in ihrer Gemeinde für die Einhaltung des Jugendschutzes einsetzen möchten. Die Idee ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, beschreibt Held.

Immer jünger, mehr Mädchen

Schon seit 2009 versucht das Jugendamt mit der Aktion „Kenne deine Grenzen“ gegen Koma-Trinken anzukämpfen. Alle Kinder und Jugendlichen, die betrunken von der Polizei aufgegriffen werden, werden dem Jugendamt gemeldet. Das schreibt die Eltern an und bietet denen ein Gespräch an. „Das Angebot wird zu 90 Prozent angenommen“, sagt Held. „Und es sind nur wenige, die zwei Mal auffallen.“ Im ersten Jahr, 2009, führte Held 90 solcher Aufklärungsgespräche, inzwischen hat sich die Zahl auf etwa 40 bis 60 pro Jahr eingependelt. Aber zwei Trends stellen die Jugendamtsmitarbeiter dabei fest: Die Teenager werden erstens immer jünger, und zweitens sind es inzwischen mehr Mädchen als Jungen im Teenageralter, die durch übermäßiges Trinken auffallen. „Wir haben hier jetzt auch zwölfjährige Kinder sitzen“, sagt Held. Und das sind nur die, die von der Polizei aufgefunden werden, betont er. Die Dunkelziffer liegt vermutlich vielfach höher. Deshalb will das Jugendamt nun auch die Krankenhäuser angehen, damit betrunkene Kinder und Jugendliche, die dort eingeliefert werden, ebenfalls gemeldet werden.

Vereine mit ins Boot nehmen

Seit Oktober 2012 hat das Kreisjugendamt in Dagmar Schaeffer eine eigene Suchtbeauftragte. Sie will sowohl über so genannte „Peers“, Gleichaltrige an Schulen, als auch über mobile Teams auf Großveranstaltungen Jugendliche mehr für die Gefahren übermäßigen Trinkens sensibilisieren.

Ein weiterer Baustein sollen nun die Ehrenamtlichen in den Gemeinden sein, die – hauptsächlich über die Vereine – über Jugendschutz und seine Wichtigkeit informieren. „Es sollen Angebote gemacht werden, wie man zum Beispiel über farbige Bändchen die Alterserkennung regelt“, erklärt Schaeffer. Wird trotz Aufklärung gegen das Gesetz verstoßen, etwa beim Ausschank auf einem Vereinsfest, sollen die Ehrenamtler das dem Jugendamt melden. Idealerweise sollen die freiwilligen Helfer mit dem Jugendpfleger der Gemeinde zusammenarbeiten.

Auch informelle Treffpunkte von Jugendlichen sollen gemeldet werden, damit die drei Streetworker des Kreises diese aufsuchen können. Als Anforderung müssen die Ehrenamtler nur „Interesse an jungen Menschen“ mitbringen, erklärt Schaeffer. Es gibt keine Altersgrenze, der Zeitaufwand ist flexibel. In einem Vorgespräch werden die Aufgaben und Vorstellungen geklärt.

 Info bei: Dagmar Schäffer, Suchtbeauftragte beim Kreisjugendamt Saarlouis, Professor- Notton-Straße 2, 66740 Saarlouis, Tel. (0 68 31) 44 43 04; (0 15 20) 8 92 41 16; dagmarschaeffer@ kreis-saarlouis.de

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