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Saarlouiser Anwalt (31) soll Versicherungen abgezockt haben

Ein Rechtsanwalt ist jetzt als Mitglied einer organisierten Betrügerbande angeklagt. Er soll bei Autoversicherungen Schäden von Unfällen abgerechnet haben, die nie stattgefunden haben. Der Anwalt sitzt in Haft.

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken/Saarlouis.
Seit mehr als zwölf Wochen sitzt ein 31 Jahre alte Rechtsanwalt aus Saarbrücken mit Kanzleiadresse in Saarlouis in Untersuchungshaft. Jetzt präsentiert die Staatsanwaltschaft dem Juristen die Anklageschrift. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung soll dem Anwalt der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken gemacht werden.

Auf organisierte Kriminalität spezialisierte Ermittler des Landeskriminalamtes waren dem 31-Jährigen in Zusammenhang mit einer Serie von fingierten Verkehrsunfällen auf die Spur gekommen. Bernd Meiners, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach die Anklage davon ausgeht, dass der Rechtsanwalt Mitglied einer organisierten Betrügerbande ist. 36 Betrugsfälle werden ihm konkret vorgeworfen. In das komplizierte Verfahren sind offenbar zwei weitere saarländische Rechtsanwälte, ein französischer Anwalt sowie drei Kraftfahrzeug-Sachverständige verwickelt. Drahtzieher der Bande, die Beziehungen nach Frankreich und Italien hat, sollen ein 50-Jähriger aus Neunkirchen, ein 61-jähriger aus Beckingen, ein 44-jähriger Libanese aus Saarlouis, ein 30-jähriger Deutsch-Türke aus Großrosseln und ein Völklinger (46) sein. Mehrere Betroffene saßen vorübergehend in Untersuchungshaft. Einige haben den Anwalt wohl belastet.

Nach dem Stand der Ermittlungen hat die Bande gebrauchte, oft unfallbeschädigte Autos über das Internet gekauft und in einer Völklinger Werkstatt oberflächlich in Stand gesetzt. Mit Beträgen zwischen 700 und 1000 Euro wurden, so Informationen unserer Zeitung, die Leute belohnt, die als Fahrzeughalter auftraten. Hier soll es sich meist um Personen mit krimineller Vorgeschichte gehandelt haben. Der Völklinger Autohändler soll Unfallgegner für Beträge von 1500 Euro „besorgt“ haben und dabei seine Kontakte nach Italien, Frankreich und Belgien genutzt haben.

Deren Versicherungen wurden dann angeblich Unfälle im grenznahen Bereiche gemeldet, die nie stattgefunden haben sollen. Die Autos seien nur entsprechend der fingierten Unfallmeldebögen oberflächlich beschädigt worden. Für 250 bis 400 Euro in bar pro Fall hätten die eingeschalteten Sachverständigen in Gutachten Schadenssummen von etwa 10.000 Euro bestätigt. Der Saarlouiser Anwalt soll diese Forderungen bei den Versicherungen geltend gemacht haben. Pro Unfall habe er 1000 Euro kassiert.
Rechtsanwalt Hans Podewin, Verteidiger seines Kollegen, erklärte: „Mein Mandant beteuert seine Unschuld. Er bestreitet die Vorwürfe entschieden.“

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