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Saarlouiser Anwalt muss vier Jahre hinter Gitter

Saarbrücken/Saarlouis. Als der Vorsitzende Richter einer Großen Strafkammer gestern Nachmittag einen Rechtsanwalt (31) aus Saarlouis für vier Jahre ins Gefängnis schickte, brach eine Angehörige auf dem Gerichtsflur schluchzend zusammen. Sie glaubte wohl an die Unschuld des Angeklagten, der bis zuletzt alle Vorwürfe zurückwies.

Dennoch sah ihn die Kammer als Mitglied einer Organisation, die sich mit Versicherungsbetrug bereichern wollte. Zwanzig vollendete Fälle und 13 Versuche seien dem Juristen nachgewiesen worden. Weitere Verdächtige warten noch auf ihren Prozess, ein großer Teil von ihnen stammt aus dem nahen oder mittleren Osten oder aus Nordafrika. Die involvierten Kfz-Sachverständigen und Gutachter sowie weitere Rechtsanwälte stammen teils aus Deutschland, teils aus Frankreich.

Viele verdienten an den Geschäften, Strohmänner als Kraftfahrzeughalter und Unfallverursacher, mehrere Gutachter, die Werkstätten und die beteiligten Anwälte. Letztere sogar zweimal, sie bekamen Geld von der Organisation und ihr Honorar von der Versicherung. Oft wurden die Beschädigungen an den Autos erst auf dem Gelände einer Werkstatt zum Unfallbericht passend angebracht. Beliebt waren Schrammschäden über die gesamte Fahrzeuglänge. Hier kann man hohe Reparaturkosten gutachterlich feststellen und die Autos mit geringem Aufwand für den nächsten Unfall wieder herrichten. Das Gericht ging in der Urteilsbegründung von einer Schadenshöhe von 200.000 Euro aus.

Mit der Verurteilung zu vier Jahren ging die Kammer um ein halbes Jahr über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus. Zusätzlich wurde ein zweijähriges Berufsverbot für anwaltliche Tätigkeit verhängt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Revision ist angekündigt.
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