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Saarlouiser Firma bringt schnelles Internet an die Saar

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Losheim. Gestern hat die Saarlouiser Firma Inexio den „Saarland- Ring“ geschlossen, eine Glasfaserleitung rund um das Land, die vor allem ländliche Regionen mit Hochgeschwindigkeits- Internet versorgt. 190 Kilometer Glasfaserkabel seien dafür innerhalb von acht Monaten rund um das Saarland neu verlegt worden, sagte der geschäftsführende Gesellschafter David Zimmer gestern in Losheim – insgesamt ist der Ring 235 Kilometer lang.

Inexio ist erst vor drei Jahren mit dem Geschäftsmodell gestartet, ländliche Regionen, in denen bisher kein schnelles Internet existiert, an die Hochgeschwindigkeitsnetze anzuschließen.

Dass der Start des Saarland-Rings gerade in Losheim gefeiert wurde, hatte auch damit zu tun, dass Inexio die Kommune nun an das Netz anbindet und damit zahlreichen Bürgern Internet-Verbindungen bietet, die bisher keinen DSL-Zugang hatten.

Sieben Millionen Euro hat Inexio laut Zimmer in den Glasfaser- Ring investiert – doch laut Zimmer hat das junge Unternehmen die Investitionen über die Startkunden bereits refinanziert. So soll beispielsweise das gesamte Kabelprogramm von Kabel Deutschland über den Saarland-Ring verteilt werden.

Und auch Mobilfunkmasten von O2, Vodafone und EPlus seien direkt über die Glasfaserleitungen an das schnelle Internet angebunden.

Mittelfristig lautet nun die Strategie, die Kommunen in der Nachbarschaft der Leitung anzubinden. „Wir konzentrieren uns zurzeit auf Kommunen in zwei bis fünf Kilometer Entfernung von der Leitung“, sagt Zimmer. Im ganzen Saarland gebe es rund vier Prozent der Einwohner ohne Breitband-Internet. Davon würde Inexio mit dem Ring jetzt ein Prozent erschließen.

Ein weiterer Ausbau sei geplant. „Mit 194 Stadt- und Gemeindeteilen haben wir bereits Verträge abgeschlossen“, sagt Thorsten Klein, auch er geschäftsführender Inexio-Gesellschafter. 65 weitere Orte seien gerade vor dem Abschluss und mit 150 „befinden wir uns in der Angebotsphase“.

Die Strategie bei dem Ausbau lautet Klein zufolge, dorthin zu gehen, wo bisher niemand ist: „Wir machen keinen Verdrängungswettbewerb gegen andere Anbieter. Wir bauen da, wo es einfach noch keine ordentlichen Angebote gibt“, sagt er. Ein Grundgedanke der Strategie: Es lohnt nicht, neben eine bestehende Glasfaserleitung eine zweite Leitung zu legen. „Der Schnellere in dem Spiel hat immer den Vorteil“, sagt er. Die Strategie scheint aufzugehen.

In diesem Jahr hat Inexio Zimmer zufolge einen Umsatz von 7,5 Millionen Euro und auch die Gewinnzone erreicht. Im kommenden Jahr erwartet der Inexio-Gründer einen Umsatz von zwölf Millionen Euro. Auch die Zahl der Kunden soll kräftig steigen. Zurzeit hat Inexio rund 4000 Kunden, knapp 500 davon Geschäftskunden.

„Für 2011 rechnen wir mit 10 000 Kunden – getrieben vor allem durch den Privatkundenzuwachs im ländlichen Raum“, sagt Zimmer.



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