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Saarlouiserin zeigt Stadt wegen toter Tauben an

Saarlouis. Wie viele tote Tauben liegen noch unter der Saarbrücke in Saarlouis? Diese Frage stellt sich Tierschützerin Sieglinde Schill aus Saarlouis, als ihr mitgeteilt wurde, dass ein verendetes Tier hinter dem Absperrzaun unter der Brücke liegen soll.



Anzeige gegen die Stadt

Die Stadt Saarlouis hat diesen Zaun dort anbringen lassen, damit die Tauben unter der Brücke keinen Unterschlupf mehr finden können. Nach Angaben der Tierschützerin soll eine noch lebende Taube am Montagmittag ebenfalls hinter der Absperrung gesehen worden sein. Sie sei immer wieder gegen den Zaun geflogen, um in die Freiheit zu gelangen. Rüdiger Leifheit vom Tiefbauamt der Stadt zum Thema Taubenzaun: „Schon mehrfach wurde der Zaun am Leinpfad von Passanten zerstört, die dadurch den Tauben dahinter den Weg in die Freiheit ermöglichten.“ Auf Dauer wohl keine Lösung. „Aufgrund der jüngsten Vorfälle“, so Tierschützerin Sieglinde Schill, „werden wir eine Anzeige gegen die Stadt machen, weil es einfach billigend in Kauf genommen wird, dass die Tiere hinter dem Zaun qualvoll sterben.“ An den Zaun in der Mitte der Brückenpfeiler, wo beide Tauben gesichtet wurden, sei nur mit einem Boot heranzukommen. Tierschützerin Schill weiter: „Auf Anfrage bei der Stadt hieß es zwei Tage später, dass Mitarbeiter des Betriebshofes den Zaun geöffnet hätten und ihnen seien fünf noch lebende Tauben aufgefallen, wobei drei Tauben sofort durch die Öffnung im Zaun in die Freiheit geflogen wären.

“ Der Zaun würde so lange aufbleiben, bis die letzten Tiere unter der Brücke verschwunden wären. „Schon seit über einem Jahr bemühen wir uns“, erklärt Schill, „dass die Stadt den Tauben einen alternativen Unterschlupf zur Brücke anbietet.“

Stadttaubenproblem mit dem Bau eines Taubenhauses gelöst

Vorbild sei hier die Stadt Dillingen, die das Stadttaubenproblem mit dem Bau eines Taubenhauses gelöst hätte. Und es sei dort geplant, ein zweites Taubenhaus aufzustellen und selbst eine Rekonvaleszenz-Voliere für verletzte und erkrankte Tauben. In Saarlouis sei die Sache immer wieder aufgeschoben worden. „Dann hieß es“, so Schill, „dass sich die Uni in Trier für das Projekt Tauben interessiert und der Dachboden in der Ludwigsschule als Taubenschlag ausgebaut wird.“ Auf Anfrage bei Professor Roland Klein von der UNI Trier, der das Projekt mit betreuen will, hieß es, dass die Uni Trier eine bundesweite Datenbank führt, um den Gesundheitszustand von Taubeneiern und deren Umweltbelastung in den verschiedensten deutschen Städten zu kontrollieren. Die Eier der Tauben würden eingesammelt und durch Untersuchungen ausgewertet. Die eingesammelten Taubeneier sollen allerdings nicht durch Gipseier ausgetauscht werden.

„Wir wollen die Eier ernten und auswerten“, betont Klein. Diese Vorgehensweise stößt bei der Tierschützerin nicht auf Verständnis. „Wenn die Eier den Tauben nur weggenommen und nicht durch Gipseier ersetzt werden, wird es nicht gelingen die Tauben dauerhaft in einem neuen Schlag zu halten“, erläutert Sieglinde Schill. Dass die Vögel ohne Gelege nicht sesshaft werden, konnte man gut in Fraulautern, wo vor Jahren ein Taubenhaus bei der Peter- Neis-Brücke erstellt wurde, beobachten. Schill: „Die Tiere haben dieses Taubenhaus nur kurze Zeit angenommen, da ihnen ständig ihr Gelege geraubt wurde. Auch müssen die Tauben in dem Schlag gefüttert werden, denn nur dann halten sie sich bis zu 18 Stunden in dem Taubenschlag auf.“

Bedenken gegen Taubenhaus

Nach Aussage von Paul Goebel von der Stadtverwaltung Saarlouis ist nun auch das Vorhaben, einen Taubenschlag auf dem Dachboden der Ludwigsschule aufzubauen, gescheitert. Nachdem das Gebäude wieder als Schule genutzt werden soll, hat das Gesundheitsamt Saarlouis Bedenken eingeräumt.

„Keine einfache Sache für die Stadt, ein entsprechendes Objekt zu finden“, meint Goebel. „Wir haben der Stadt Saarlouis einige leer stehende städteeigene Objekte in der Stadt benannt, um dort die Tauben unterzubringen, jedoch ohne Gehör zu finden“, so Schill.

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