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Saarmaikaner mischen das Internet auf


Während die saarländischen Parteien nach der Landtagswahl mit Gesprächen zur Regierungsbildung begonnen haben, sprechen sich einige Wähler offen für favorisierte Koalitionen aus. Zurzeit machen die "Saarmaikaner" im Internet auf sich aufmerksam.

Saarbrücken.
Seit vergangenen Freitag gibt es die Internetseite saarmaika.de. Und auf You Tube wirbt ein Video mit "Eine neue Chance für das Saarland" dafür, Saarmaikaner zu werden. Was hat das zu bedeuten? Wir haben mit den Begründern der Seite gesprochen.

Mit einem neuen Bild für sein Community-Profil fing alles an. Statt eines Selbstporträts stellte Oliver Weiler aus Nonnweiler kurz nach der saarländischen Landtagswahl ein Bild der Jamaika-Flagge in seinem Profil online - betitelt mit "Saarmaika". "Das war eine Entscheidung von zwei Minuten - und dann hat sich alles verselbstständigt", sagt Weiler. Sofort habe sich eine Community-Gruppe gebildet, die den Namen "Saarmaika" aufgriff und über den Ausgang der Landtagswahl diskutierte.

Das wiederum hat Michaela Schnarr aus Völklingen gesehen. Dabei sei ihr durch den Kopf gegangen: "Da muss man eine Aktion draus machen" - gegen rot-rot und für eine Koalition aus CDU, FDP und den Grünen. Sie nahm mit Oliver Weiler Kontakt auf und sicherte sich die Domain saarmaika.de. Auf dieser Internetseite können Nutzer sich seit dem 4. September als Saarmaikaner registrieren lassen. Bislang ist die Resonanz allerdings eher verhalten - Bisher haben sich 64 Saarländer in die Liste aufnehmen lassen. In der Internet-Community-Gruppe gebe es mehr Mitglieder, sagt Schnarr. Das Youtube-Video wurde rund 330 Mal abgerufen.

"Ich denke, die wenigsten, die sich als Saarmaikaner anmelden, sind in einer Partei", sagt Schnarr, "das ist eine bunt gemischte Gruppe, die sich für eine Jamaika-Koalition einsetzt." Sie selbst ist Mitglied in der CDU - "aber Saarmaika ist keine Sache der CDU, das ist ein Projekt, das mir persönlich am Herzen liegt, und ist ganz unabhängig von dem, was die Partei denkt."



Youtube-Video der Saarmaikaner

Auch ein Verein seien die Saarmaikaner nicht, sondern eine Interessengemeinschaft, stellt Schnarr klar. Die Seite solle als eine Art Unterschriftenaktion verstanden werden. Die, die für eine Jamaika-Koalition sind, könnten sich dort eintragen - ganz unabhängig von ihren Beweggründen. "Da kann ja jeder andere Gründe haben," sagt Schnarr. Der eine sei gegen Oskar, der andere gegen Bergbau, aber jeder sei gegen rot-rot.

Organisierte Treffen der "Saarmaikaner", wie sich diejenigen nennen, die sich auf der Seite saarmaika.de eintragen, gebe es nicht. Eventuell würde auf der Seite auf Aktionen von Jamaika-Koalition-Befürwortern hingewiesen. "Aber selbst initiiere ich keine Aktionen, dazu habe ich gar nicht die Zeit", sagt Schnarr. Früher hat die Völklingerin als Bankkauffrau gearbeitet, "jetzt bin ich Mama".

Und wie reagieren die Politiker auf saarmaika.de? Noch habe sich da keiner bei ihr gemeldet, sagt Schnarr. Dazu sei die Seite wohl noch zu jung. stsch



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