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Saarmesse: Lösung in Sicht

Besucher der Saarmesse in Saarbrücken. Die großen Verbrauchermessen sollen auf jeden Fall erhalten bleiben - zwei Jahre lang auf dem Messegelände, dann an einem neuen Standort.

Besucher der Saarmesse in Saarbrücken. Die großen Verbrauchermessen sollen auf jeden Fall erhalten bleiben - zwei Jahre lang auf dem Messegelände, dann an einem neuen Standort.

Saarbrücken. Die Stadt Saarbrücken und das Saarland wollen der Messe Berlin die Geschäftsführung der Saarmesse GmbH sowie der Congress-Centrum-Saar GmbH (CCS) übertragen. Das besagt ein Letter of Intent, den Stadt und Land mit der Messe Berlin vereinbaren wollen. Gestern Abend hat der Stadtrat die Oberbürgermeisterin beauftragt, diese Absichtserklärung abzuschließen. Auch das Land hat demnach seine Zustimmung signalisiert.
SZ-Informationen zufolge soll die Messe Berlin auf Grundlage eines so genannten Geschäftsbesorgungsvertrages ab Juli einen Geschäftsführer stellen, der das Messe- und Kongressgeschäft in Saarbrücken zentral steuert. Auf diese Weise sollen Synergieeffekte erzielt und das Kongress-Geschäft professionalisiert werden. Der Geschäftsführer der CCS, Wilfried Blickle, scheidet Ende des Monats aus und wird vorerst kommissarisch vertreten. Die Saarmesse GmbH soll am 15. Juli von der Stadt übernommen werden.

Um die Zukunft des Messegeschäftes in Ruhe prüfen und neu planen zu können, soll beim Messebetrieb zwei Jahre alles beim Alten bleiben. Die großen Messen sollen bis 2014 weiter auf dem Messegelände stattfinden. Kleinere Messen könnten schon vorher auf den Prüfstand kommen. Letztlich sollen die Aussteller Planungssicherheit bekommen, bis das zukünftige Messekonzept steht.

Langfristig jedoch will sich die Stadt von dem Areal am Schanzenberg trennen und die Messen in Saarbrücken auf eine neue Basis stellen. Geplant ist dabei eine Kombination aus Kongressmessen, die in einer neuen Multifunktionshalle bei der Kongresshallte stattfinden sollen, sowie Verbrauchermesse, die in speziellen Messe-Zelten stattfinden könnten. Als möglicher Veranstaltungsort wird beispielsweise die Rennbahn in Güdingen genannt. Überlegungen, das bisherige Messegelände weiter zu nutzen, sind seit April verworfen. Dieses soll mit einem geschätzten Wert von zehn bis zwölf Millionen Euro als Gewerbegebiet erschlossen werden.

Die Aufgabe der Messe Berlin wird es sein, nicht nur die bestehenden Messen weiterzuführen, sondern auch neue Messen, vornehmlich Kongressmessen, für den Standort akquirieren und auch zahlreiche Messedienstleistungen erbringen. Eine Beteiligung der Messe Berlin an den Gesellschaften ist derzeit nicht geplant. Die Saarmesse wird in den Besitz der Stadt übergehen, die CCS gehört zu 80 Prozent dem Land, zu 20 Prozent der Stadt.
Sämtliche Planungen stehen allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Familie Grandmontagne wie vereinbart im Juli die Saarmesse GmbH an die Stadt verkauft. Auf diesen Verkauf hatten sich Stadt und Familie nach monatelangen Auseinandersetzungen über ausstehende Schulden der Messegesellschaft an die Stadt in Höhe von rund zwei Millionen Euro im vergangenen Jahr in einem Letter of Intent geeinigt.

Bei der konkreten Vertragsausgestaltung gibt es allerdings Verhandlungskreisen zufolge noch Diskussionen über einzelne Positionen, so dass der Abschluss noch nicht in trockenen Tüchern ist. Saarmesse-Geschäftsführer Eric Grandmontagne gibt sich aber optimistisch, dass einem Vertragsabschluss nichts mehr im Wege steht. Der Kaufvertrag, mit dem die Stadt die Saarmesse GmbH für rund sieben Millionen Euro übernimmt, soll am 26. Juni durch den Stadtrat abgesegnet werden. Spätestens dann soll auch ein Vertrag mit der Messe Berlin abgeschlossen werden.

Meinung
Mehr als nur eine Absicht
Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger


Knapp zwei Monate vor dem geplanten Übergang der Saarmesse in den Besitz der Stadt werden die Planungen nun konkreter. Zwar sind Letters of Intent unverbindliche Absichtserklärungen, doch es ist anzunehmen, dass diese Absicht substanziell ist. Mit der Messe Berlin wäre ein professioneller Messebetreiber im Boot, der sowohl bei der Veranstaltung von Events als auch von Messen Erfolge vorweisen kann. Damit könnte es gelingen, auf der einen Seite Bewährtes zu erhalten und gleichzeitig neue Messen und Kongresse an die Saar zu locken. Im besten Fall geht die Rechnung für Stadt und Land sogar mit mehr als einer schwarzen Null auf. Denn aktuell schlagen Messen und Kongresse mit fast fünf Millionen Minus zu Buche. Das kann sicher besser werden.



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