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Saarotec sucht wieder Mitarbeiter

St. Ingbert. Der St. Ingberter Autozulieferer Saarotec ist nach der Insolvenz wieder auf gutem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Das sagte Erika Sylvia Schach, Vertriebsleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Vor zwei Jahren firmierte das Unternehmen noch als Görtz & Schiele und war gerade in die Insolvenz geraten. Nach zwei Besitzerwechseln hat sich das Unternehmen jetzt als Tochter des Püttlinger Maschinenbauers Tosch wieder stabilisiert. Toni Schäfer, Mitinhaber bei Tosch und Geschäftsführer von Saarotec, sah das St. Ingberter Unternehmen bei der Übernahme Ende 2009 als gute Ergänzung.

Das Wagnis, ein deutlich größeres Unternehmen zu übernehmen, ist aufgegangen: „Die Produktion ist voll ausgelastet, wir haben sogar vier neue Bearbeitslinien in Betrieb genommen“, sagt Schach. Das von Schäfer ausgegebene Ziel, 2010 bereits wieder 20 Millionen Euro zu machen, hat Saarotec zwar verfehlt – 16 Millionen sind es geworden – aber laut Schach schreibt das Unternehmen wieder eine schwarze Null. Im kommenden Jahr soll ein Gewinn unterm Strich stehen.

Nach der Insolvenz galt es erst einmal „die zerschossenen Strukturen“ im Unternehmen wieder aufzubauen und verlorene Kunden wieder zurückzugewinnen. Opel stehe jetzt wieder auf der Kundenliste und bei Daimler gebe es positive Signale für eine Rückkehr. „Für uns war aber entscheidend, dass unser Hauptkunde Volkswagen in der Insolvenz immer zu uns gehalten hat“, sagt Schach.

Überleben der Insolvenz vor allem Vedienst der Mitarbeiter

Über mangelnde Auslastung kann das Unternehmen sich nicht beschweren: „Alle Spindeln drehen sich“, sagt Schach. Für Investitionen sei der Spielraum noch begrenzt, da alle neuen Maschinen aus dem laufenden Geschäft finanziert werden müssen. „Wir arbeiten mit sehr bodenständigen Finanzkonzepten“, sagt Schach.

Bei der Mitarbeiterzahl hat das Unternehmen, das nach der Insolvenz nur noch 120 Beschäftigte hatte, kräftig zugelegt: Zurzeit arbeiten fast 230 Mitarbeiter in dem Werk. Viele davon noch mit Befristung, doch immer mehr befristeten Arbeitsverträge würden jetzt in Festanstellungen umgewandelt. „Außerdem suchen wir dringend nach weiteren Facharbeitern“, sagt Schach. Es sei aktuell eines der drängendsten Probleme, qualifizierte Kräfte nach St. Ingbert zu bekommen.

Dass das Unternehmen die Insolvenz überlebt hat, sei vor allem ein Verdienst der Mitarbeiter: „Dass die trotz der Unsicherheit immer zum Unternehmen gehalten und auch Einschnitte akzeptiert haben, ist einfach großartig“, sagt Schach. Noch bis Ende des kommenden Jahres gilt der Sanierungstarifvertrag, der den Mitarbeitern unbezahlte Überstunden abverlangt. Wenn das Unternehmen wieder Gewinn macht, seien die Mitarbeiter allerdings die ersten, die daran beteiligt würden.

Saarotec, das sich auf die Weiterverarbeitung, sozusagen die „Veredelung“, von Motorblöcken nach dem Guß spezialisiert hat, will nun das Angebot ausweiten: „In der Autoindustrie gibt es viele Metall-Produkte, bei denen ich mir vorstellen könnte, dass sie aus unserem Hause kommen“, sagt Schach. Damit will Saarotec sich auch für die Zeit aufstellen, wenn große Hersteller wie VW verstärkt in China produzieren. Auch im Markt der Elektroautos sieht Schach Chancen: „Auch in diesen Autos müssen Bauteile eingebaut werden, die zerspant werden müssen – und das ist eben unser Geschäft.“

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