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„Saarpolygon“ in Ensdorf kostet 1,2 Millionen Euro

Dieses Modell machte beim Wettbewerb um die Bergbau-Landmarke auf der Halde Duhamel bei Ensdorf das Rennen.

Dieses Modell machte beim Wettbewerb um die Bergbau-Landmarke auf der Halde Duhamel bei Ensdorf das Rennen.

Saarbrücken. Verzögerungen und Kostensteigerungen – auch das Landmarken-Projekt auf der Halde Duhamel in Ensdorf unterliegt diesem offensichtlich unausweichlichen Gesetz aller Bau-Großvorhaben. Vor rund zwei Jahren für 500 000 Euro von der RAG Deutsche Steinkohle als Erbstück und Erinnerungsgeschenk an die Saarländer geplant, kostet das „Saarpolygon“ – eine 30 Meter hohe und 165 Tonnen schwere begehbare Großskulptur auf der Halde Duhamel – jetzt rund 1,2 Millionen Euro. Eigentlich sollte die Landmarke, die Aufbruch und Abschied zugleich symbolisiert, schon zur Mettenschicht am 30. Juni 2012 fertig sein. Doch dann kam alles anders, es kam zur Finanz- Wackelpartie.

Und jetzt scheint alles gut. Heute überreicht Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) einen Zuwendungsbescheid von 250 000 Euro aus dem Sondervermögen „Zukunftsinitiative II“ (Umgang mit dem Bergbau- Erbe) und wird einmal mehr bekräftigen, dass die Erinnerung an den Bergbau und die Anerkennung der Menschen, die ihn betrieben haben, ein fester kultureller Bestandteil der Lebenswirklichkeit des Saarlandes werden sollen. Es ist dies eine Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD. Insofern scheint die Finanz-Unterstützung logisch. Doch sie stand während der Amtszeit der CDU-Regierung Peter Müllers auf der Kippe. Nach dem Leitsatz „Wer bestellt, der bezahlt“ wollte man das Unternehmen RAG beziehungsweise deren für Kulturprojekte zuständige Stiftung dazu bringen, die Gesamtkosten zu tragen und damit einen nennenswerten Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten. 350 000 Euro steuert die Stiftung nun zu den 1,2 Millionen bei. Viel zu wenig? Schließlich hat das Unternehmen enorm vom Saarland profitiert.

Jenseits dieser Debatten gründete sich 2011 ein Förderverein Bergbauerbe Saar aus der Mitte der RAG-Mitarbeiter und nahm sich der Sache an. Als Bauherr, aber auch als Geld-Beschaffer. 600 000 (!) Euro kamen bis dato zusammen. 1500 Spenden-Werbe-Briefe an RAG-Geschäftspartner und Führungskräfte taten das Ihre, auch die Treppen-Patenschaft erwies sich als zündende Idee: Für 1000 Euro konnte und kann man eine der 288 Stufen erwerben, die zur Aussichtsplattform führen. Das Plateau, das 25 Meter über der mit 330 Metern höchsten Halde des Saarlandes liegt, soll für Veranstaltungen dienen.

Wo steht das Vorhaben? Die Baugenehmigung wurde im August 2012 erteilt, zur Zeit sucht man über einen Bieterwettbewerb einen Generalunternehmer. Auch Saar-Firmen hätten sich beteiligt, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Hans-Jürgen Becker, Betriebsratsvorsitzender des Bergwerks Saar. Die Vergabe soll im März oder April erfolgen, das Polygon im Herbst stehen. Alles im Griff, nur die Kosten nicht? Falsch, sagt Becker. Die Preis-Verdoppelung habe ihren Grund nicht in Fehlplanungen, sondern sei auf eine Entscheidung des Vorstandes zurückzuführen, mehr in die Vorsorge (Korrosionsschutz) zu stecken als ursprünglich geplant. Dadurch wolle man den Verein, der auch für den Unterhalt der Landmarke zuständig ist, vor hohen Sanierungs-Folgekosten schützen, so Becker. Er sagt: „Ohne die Hilfe des Landes hätte sich die Realisierung noch sehr viel weiter hinausgezögert.“ Geplatzt wäre das Projekt zwar nicht, meint er. Trotzdem: „Wir sind sehr froh, dass sich das Land beteiligt. Nicht nur wegen des Geldes. Es ist ein Zeichen der Verantwortung für das Bergbau-Erbe und für Wertschätzung.“

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