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Saarstahl: Schmiede der Superlative eröffnet

Die neue Saarschmiede, in die 450 Millionen Euro geflossen sind, ist am Samstag ihrer Bestimmung übergeben worden. Es ist die größte Einzelinvestition der vergangenen Jahrzehnte.

Völklingen. „Dies ist ein großer Tag für Saarstahl. Wir schlagen ein neues Kapitel unserer Unternehmensgeschichte auf.“ Mit diesen Worten würdigte der Vorstandsvorsitzende der Saarstahl AG, Klaus Harste, die Einweihung der neuen Saarstahl-Schmiede am Samstag in Völklingen. Rund 1500 Gäste waren der Einladung gefolgt, um den Start der neuen „Saarschmiede Freiformschmiede (SSF)“ zu erleben.

450 Millionen Euro sind in diese Industrieanlage geflossen, 350 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen. In der alten und neuen Schmiede zusammen sind inzwischen rund 1200 Männer und Frauen beschäftigt. „Die Schmiede sichert nicht nur unsere Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Wir sind damit auch in der Lage, unseren Marktanteil noch weiter auszubauen“, sagte Harste.

Deckname war "Max"

Geschmiedet werden dort in erster Linie große Wellen , die Turbinen und Generatoren von Atom-, Kohle und Gaskraftwerken antreiben. Weil die Wellen der neuen Generation in der Lage sind, höhere Temperatur- und Druckverhältnisse auszuhalten und dadurch die Energie-Ausbeute erhöht wird, „leisten wir damit auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz“, sagte Saarstahl-Chef Harste. Er wies darauf hin, dass Produkte aus Stahl helfen, sechsmal mehr Kohlendioxid (CO2) einzusparen, als für ihre Herstellung benötigt wird.

Auch für den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) war das Datum der Schmiede-Einweihung „ein Tag der Zukunft“. Er erinnerte daran, „dass für die saarländische Stahlindustrie die wichtigen politischen Weichen gestellt wurden“. Es sei richtig gewesen, dass das Saarland seine Anteile an die Montan-Stiftung-Saar übertragen habe. Damit sei sichergestellt worden, „dass hier und nirgendwo anders über die Zukunft der saarländischen Stahlindustrie entschieden wird“. Außerdem „bleiben die Gewinne im Land“.

Bernhard Fischer, Chef des Kraftwerksbetreibers Eon Generation, mahnte von der Politik an, „dass sie endlich ein Energiekonzept erstellt, über das sie einen gesellschaftlichen Konsens herstellt“. Er geht davon, dass ohne die CO2-freie Atomkraft die Klimaziele nicht zu erreichen seien. „Kernkraft und erneuerbare Energieformen sind kein Gegensatz.“ Auch auf Kohle- und Gaskraftwerke mit einem hohen Wirkungsgrad könne nicht verzichtet werden. Um dies sicherzustellen, seien die hochwertigen Produkte der neuen Saarschmiede unerlässlich.

Stress durch Finanzkrise
Christian Roth, Sprecher der Geschäftsführung der SSF, erinnerte daran, dass anfangs „niemand so recht an dieses Projekt – Deckname Max – geglaubt hat, als wir erste Skizzen auf Serviettenpapier zeichneten und Modelle mit Lego-Bausteinen zusammensetzten.“ Der Umsatz der Saarschmiede habe im Jahr 2007 nur bei 220 Millionen Euro gelegen – „und wir wollten 450 Millionen Euro investieren“. Als alles nach zahllosen Verhandlungen und Einzelgesprächen in trockenen Tüchern gewesen sei, habe die Finanzkrise noch einmal Stress bereitet. „Doch die Verantwortlichen bei Saarstahl und wichtige Partner wie die Kraftwerksbauern Alstom und Siemens haben hinter uns gestanden“, erinnert sich Roth.








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