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Saarstahl hofft auf Trendwende im Sommer

Völklingen. Alle Stahlhersteller leiden unter der Wirtschaftskrise, auch die Völklinger Saarstahl AG. Vorstandschef Claude Kintz wünschte sich sicherlich günstigere Umstände für seinen Abschied von der Unternehmensspitze. Aus Altersgründen gibt er Ende des Monats den Chefposten an den bisherigen Technik-Vorstand Klaus Harste ab. „Schon im letzten Quartal 2008 sind die Bestellungen unserer Kunden deutlich zurückgegangen. Die Entwicklung hat sich im neuen Jahr fortgesetzt“, beschreibt der scheidende Chef die Auswirkungen der Krise. Dabei sei das Jahr 2008 insgesamt erfolgreich gewesen. Der Umsatz sei gegenüber dem schon guten Jahr 2007 noch angestiegen. 2009 werde aber einen Einbruch bringen, wobei das Ausmaß noch nicht abzuschätzen sei.

Dennoch ist Claude Kintz für die Zukunft von Saarstahl nicht bange: „Wir sind im Gegensatz zu manchem Wettbewerber nicht hoch verschuldet, unsere laufenden Investitionen gehen weiter“ – vor allem in die neue Schmiede. Die Schmiede-Produkte bewahren laut Kintz Saarstahl auch vor extremen Auswirkungen der Krise. 70 bis 80 Prozent der Aufträge der Schmiede seien für den Energiebereich bestimmt, und dieser habe konjunkturell bisher keine Rückschläge zu verkraften. Im Laufe des Jahres sollte es auch im Automobil-Sektor allmählich besser werden, erwartet Kintz. Dann dürften die Lager der Kunden in der Autobranche langsam leer sein, so dass die Nachfrage bei Saarstahl wieder steigen sollte. Im der zweiten Jahreshälfte solle es wieder aufwärts gehen.

60 Prozent der Saarstahl-Walzprodukte gehen in den Bereich Automotive. Hier habe sich das Unternehmen durch Qualität Wettbewerbsvorteile erarbeitet. Das zeige die Position Saarstahls bei den Kunden. So sei man mittlerweile einziger Lieferant für die Common-Rail-Diesel-Einspritzsysteme von Bosch. Beim Reifendraht seien die drei weltweit führenden Reifenhersteller Michelin, Goodyear und Bridgestone, die jeweils knapp 20 Prozent Marktanteil haben, Kunden von Saarstahl. „Beim Marktführer Michelin sind wir wichtigster Lieferant“, sagt Kintz. Trotz Krise will Saarstahl niemanden entlassen, sagt der scheidende Chef. Denn nach „Überwindung der Flaute brauchen wir unsere guten Leute wieder“. Kurzarbeit ist für das erste Halbjahr 2009 allerdings fest eingeplant.

Keine Abstriche will Saarstahl bein der Nachwuchsförderung machen. Saarstahl hat bei den Lehrlingen mittlerweile die freie Auswahl. „Wir haben schon heute 1800 Bewerbungen für das neue Lehrjahr 2009/2010“, weiß Unternehmenssprecher Uwe Schneider. Dem stünden 100 bis 120 Lehrstellen gegenüber. Deshalb macht sich Saarstahl nach den Worten von Kintz wenig Sorgen, auch in Zukunft ausreichend Nachwuchs zu bekommen. Es gelte starke Jahrgänge zu ersetzen, die jetzt nach und nach in Rente kommen, und sich zugleich auf zurückgehende Schulabgängerzahlen einzustellen.
Joachim Penner (SZ)
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